Auch dieses Jahr: BUND Naturschutz empfiehlt Öko-Christbäume aus der Region

Von den fast 30 Millionen in Deutschland verkauften Christbäumen stammen die meisten aus eigens dafür angelegten Plantagen, auf denen häufig Pestizide eingesetzt werden, die Böden, Gewässer, Tiere und Pflanzen belasten. Zudem schaden weite Transportwege aus den Plantagenzentren wie dem Sauerland oder gar Dänemark dem Klima.

05.12.2018

BUND und BN hatten 2017 Nadeln von 17 Christbäumen von einem unabhängigen Labor auf Rückstände von knapp 140 Pestiziden untersuchen lassen. Dabei wurde das Labor bei 13 Bäumen fündig. Mehr als die Hälfte der getesteten Bäume war mit mindestens zwei Wirkstoffen belastet, ein Baum enthielt sogar Rückstände von vier Pestiziden. Insgesamt wurden bei dem Test neun verschiedene Pestizide gefunden, von denen fünf zu den gefährlichsten zählen, die derzeit in der EU eingesetzt werden.
Untersucht wurden auch fünf Bäume aus Bayern; vier davon waren belastet. In einem wurde sogar ein Wirkstoff mit dem Handelsnamen E605 nachgewiesen, der bereits seit 15 Jahren in der EU verboten ist!

Ein weiteres Problem sieht der BN darin, dass die ca. 50.000 Hektar an Christbaumplantagen in Deutschland als landwirtschaftliche Flächen für die Erzeugung von Nahrungsmitteln nicht mehr zur Verfügung stehen. Für skandalös hält es der BN, dass für Plantagen teilweise sogar Wälder "gerodet" werden.

Der Verband empfiehlt deshalb, beim Christbaumkauf auf eine umweltgerechte Produktion ohne Gifte und Kunstdünger und auf eine regionale Herkunft zu achten. Dies sollte vor dem Kauf auch hinterfragt werden. Am besten sind ökologisch produzierte Bäume der Öko-Anbauverbände oder Bäume direkt vom Förster oder Waldbauern aus heimischen Wäldern, für die keine Plantagen angelegt werden müssen. Auch werden zunehmend Aktionen zum "Christbaumfällen" angeboten. Das Aussuchen und Fällen des eigenen Baumes wird so zum Erlebnis für die ganze Familie.

Wer das Klima schützen will, sollte zudem auf eine energiesparende Beleuchtung des Christbaums achten.


Zu den Testergebnissen aus 2017:
https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/umweltgifte/umweltgifte_weihnachtsbaumtest_hintergrund.pdf

Tipps für den regionalen Christbaumkauf

Für den Kauf eines Christbaums aus ökologischer Waldwirtschaft oder aus anerkannt ökologischen Kulturen kann man die Anbieterliste 2018 des BUND Naturschutz zu Rate ziehen:
https://www.bund-naturschutz.de/fileadmin/Bilder_und_Dokumente/Presse_und_Aktuelles/Pressemitteilungen/2018/Wald/PM-131-Anlage_Liste_Anbieter_2018.pdf

Dabei Angebote aus Stadt und Landkreis Rosenheim:

83022 Rosenheim (aktueller als in der Anbieterliste):
Familie Stäbler
Am Ledererbach 2 (Nähe Klinikum)
Ab 15. Dezember 2017 Verkauf von Christbäumen aus Naturverjüngung in eigener PEFC-zertifizierter Waldwirtschaft (Fichten, Kiefern und Weißtannen) sowie aus eigener EU-Bio-zertifizierter Christbaumplantage (Nordmanntannen)
Es empfiehlt sich vorher anzurufen (08031 12622)

83209 Prien:
Hagebaumarkt, Am Reitbach 5
Verkauf von bio-zertifizierten Christbäumen aus dem Spessart von Marx GmbH (neben konventionell erzeugten Bäumen)
Mo-Fr 8:00–19:00, Sa 8:00–16:00

Weitere lokale Direktvermarkter findet man hier:

Die Regionalität dieser Anbieter erlaubt jedoch keinen Rückschluss darauf, wie umweltgerecht die Christbäume produziert wurden.