Brennessel 2014 im neuen Gewand

Seit 1996 erschien die BRENNESSEL im A5-Heftformat. Schweren Herzens haben wir davon Abschied genommen, aber die Kosten für Produktion und Porto machen bei der angespannten finanziellen Lage der Kreisgruppe diesen Schritt notwendig. Um aber das Informationsangebot nicht einzuschränken, finden Sie zu den fett gedruckten Themen ausführliche Berichte auf unserer Homepage.

01.03.2014

Dort finden Sie natürlich alles Wissenswerte aus den Ortsgruppen (OG), wie Veranstaltungs- und Stammtischtermine, die Wanderprogramme, Informationen zu Aktion wie z B. die der OG Rosenheim zum Erhalt der Bäume am Südtiroler Platz und ähnliches mehr. Bitte nutzen Sie das Informationsangebot auf unserer Homepage. Für Mitglieder und Förderer, die das Internet nicht nutzen, stellen wir gerne die jeweiligen Berichte in gedruckter Form zur Verfügung. Bitte setzen Sie sich deswegen mit Ihrem OG-Vorstand oder der Geschäftsstelle (GS) in Verbindung. Beibehalten haben wir aber die fast schon „historische“ Schreibweise  „BRENNESSEL.“

Bei der Jahreshauptversammlung am 7. Mai 2013 wurde der gesamte Vorstand neu gewählt. Mit Ingrid Stegmaier, Steffen Storandt und Michael Hertel gab es drei neue Gesichter im Vorstand. Nun gilt es, die immer umfangreichere Vorstandsarbeit so zu organisieren, dass sie im Ehrenamt zu leisten ist. Höhepunkt der Jahreshauptversammlung war der Vortrag von Prof. Weiger zur Verkehrspolitik und Energiewende.
Am gleichen Tag startet das Projekt „Löffelkraut & Co.“ zum Erhalt und zur Förderung des Bayerischen Löffelkrauts und weiterer Endemiten für die oberbayerischen Wuchsorte in Glonn.

2013 wurde der BUND Naturschutz 100 Jahre alt. Neben der Großveranstaltung des Landesverbandes veranstalteten viele OG Infostände und Festveranstaltungen, wie z. B. beim Umweltfest in Rosenheim. Auch das weihnachtliche KG-/OG-Treffen ehemaliger und derzeitig aktiver Mitglieder stand unter diesem Motto.

In den monatlichen Sitzungen befasst sich der Kreisvorstand ausführlich mit einer Vielzahl von Themen.
Im September 2013 wurde die aktualisierte Teiländerung raumbedeutsame Windkraftanlagen (Stand 30.7.2013) wiederum zur Stellungnahme veröffentlicht. Gegenüber dem ersten Entwurf verringerte sich die Anzahl und die Größe der Vorranggebiete (VRG). Obwohl sicher noch viele VRG in der Region wegen mangelnder Windhöffigkeit, Umweltauswirkungen oder anderen gewichtigen Gründen nicht genutzt werden können, scheinen die VRG doch einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende zu ermöglichen. Sollten aber die Vorstellungen des Ministerpräsidenten Wirklichkeit und ein 2 km Abstand zur Wohnbebauung umgesetzt werden, dann sind im Landkreis Rosenheim keine raumbedeutsame Windkraftanlagen mehr möglich.

In den Stellungnahmen zum Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Feldolling und dem Weiterbetrieb des Pumpspeicherkraftwerks Leitzachwerk I spielten nicht nur die direkten Auswirkungen auf Natur und Umwelt , sondern auch die vermutete Entwicklung des Klimawandels eine große Rolle. Ging es beim HRB darum, wie groß das Rückhaltebecken sein muss, um ein zukünftiges 100- jähriges Hochwasser aufzunehmen, stellte sich beim Leitzachwerk die Frage, wie viel Restwasser verbleiben in Mangfall, Leitzach und Schlierach in Trockenperioden. Während sich die Bürger von Feldolling und die betroffenen Landwirte Sorgen über die Folgen des Baubetriebs, den Auswirkungen einer Befüllung des HRBs und über die berechtigten Entschädigungen machen und das Rückhaltebecken noch nicht gebaut ist, wird der Schutzeffekt schon dazu genutzt, um am Unterlauf im bisherigen Hochwassergebiet weitere Bebauung zu planen. Scheinbar hat man aus den Hochwasser 2013 nichts gelernt.

Bei Tetra- und Mobilfunk geht es v.a. um die Frage des Gesundheitsschutzes durch geringe Strahlungswerte, insbesondere für Kleinkinder und Jugendliche.

Beim Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2015 wurde die neu geschaffene Möglichkeit genutzt, alternative Vorschläge beim Verkehrsministerium einzureichen. So wurde für die A8 der 4+2-spurige Ausbau und für die  B 15 neu die Streichung aus dem BVWP und als Ersatz die Ableitung des LKW-Verkehrs und die Errichtung von ortsnahen Umfahrungen nach Einzelfallprüfung und gemäß der BN-Kriterien gefordert.

Auch lokale Themen, wie die geplante Errichtung einer Schadstoffdeponie bei Wasserburg und die Umstellung der Befeuerung von Erdgas auf Braunkohlestaub bei der Asphaltmischanlage bei Neubeuern, wurden im Vorstand behandelt. Gegen beide Projekte gibt es Widerstand aus der Bevölkerung und den Gemeinden, da man erhebliche Schadstoffbelastungen durch die Deponie, bzw. durch die Befeuerung mit Braunkohlestaub erwartet.

Bei der Umweltbildung ist sehr erfreulich das positive Feedback zu dem Angebot in der Ganztagesklasse in Wasserburg, welches heuer ausgedehnt und weitergeführt werden kann.
„Natur – Schatz in der Stadt“ war Thema eines Kreativwettbewerbs für Kinder und Jugendliche und eines Fotowettbewerbs für Erwachsene. Diese wurden in Kooperation mit dem „Echo“ durchgeführt, um die Inhalte des stadtökologischen Themenweges aufzugreifen und diesen bekannter zu machen. Sehr motivierend ist für uns die Verlängerung des Qualitätssiegel „UmweltbildungBayern“, ist dies doch eine Auszeichnung und Anerkennung der Qualität unserer Umweltbildungsarbeit. Sehr gelungen war die Aktion zusammen mit den Stadtwerken Rosenheim. Schülerinnen und Schüler der 6e der Wilhelm-Leibl-Realschule Bad Aibling bauten Nistkästen für Vögel und Fledermäuse, die im Wasserschutzgebiet Willing aufgehängt wurden.

Der Arbeitskreis Landwirtschaft/Gentechnik überarbeitete den Bio-Einkaufsführer neu, der sowohl in gedruckter Form als auch auf der Homepage verfügbar ist. Im Juli wurde an der Demo „Wir haben es satt“ gegen Gentechnik und Flächenverbrauch in München teilgenommen und im September sprach Ministerialrat a. D. Wolfgang Koehler auf Einladung vom Bund Naturschutz, attac, Greenpeace, Zivilcourage und den Kreisverbänden der Imker und Gartenbau und Landespflege zum Thema „Gentechnikfreies Bayern - Dichtung und Wahrheit“.

Ausführlich wurde die Finanzierung der Aktivitäten und der Geschäftsstelle beraten, da die laufenden Kosten die laufenden Einnahmen übersteigen und somit die Rücklagen immer weniger werden. Die KG finanziert sich hauptsächlich über Zuschüsse des Landesverbandes, über Haus- und Straßensammlung sowie über zusätzliche Spenden von wohlmeinenden Mitgliedern und Förderern. Wir bitten Sie daher, uns mit regelmäßigen – oder auch einmaligen – Geldspenden zu unterstützen. Als gemeinnütziger  Verein sind wir berechtigt, Spendenquittungen auszustellen, die Sie steuermindernd beim Finanzamt einreichen können. (Spendenkonto
Nr. 21246, Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, BLZ 71150000)

Der erste Vorsitzende des BN, Prof. Tubuef, hat bereits vor 100 Jahren formuliert: „Es wird unsere vornehmste Aufgabe sein, die herrliche Natur unseres schönen Bayern zu schützen und zu pflegen, um seine Schönheit uns selbst und künftigen Geschlechtern zu erhalten.“ In diesem Sinne möchte ich mich bei allen bedanken, die durch ihr großes Engagement in den unterschiedlichsten Betätigungsfeldern sich für den Natur- und Umweltschutz und damit für den Erhalt der Lebensgrundlagen von uns und unsern Kindern eingesetzt haben.

Peter Kasperczyk
1. Vorsitzender BN KG Rosenheim

(Für das Internet leicht modifizierte Version)

Zur Brennessel 2014 im PDF-Format