BUND Naturschutz wirbt für mehr Bio-Christbäume aus der Region

Bis 2030 soll laut dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ der Bio-Anbau in Bayern einen Anteil von 30 % erreichen. Damit soll der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft verringert und die Artenvielfalt verbessert werden. Aus diesem Grund wirbt der BUND Naturschutz in Bayern (BN) für mehr Bio beim Kauf von Christbäumen. Aber auch die Regionalität ist wichtig.

01.12.2019

Nachfrage und Angebot müssen sich deutlich ausweiten. Daher bewirbt der BN auch in diesem Jahr Anbaubetriebe, Verkaufsstände und Freizeitaktionen, bei denen man sich mit giftfreien Christbäumen eindecken kann. "Wir freuen uns, dass wir in unserem bayernweiten BN-Einkaufsführer immer mehr Verkaufsstellen für Bio-Bäume aufführen können", so Ralf Straußberger, Waldreferent des BN. Mittlerweile werden in allen Regierungsbezirken solche Bäume angeboten. "Auch in unserer Region gibt es Bäume zu kaufen, die ohne Kunstdünger und Pestizide groß geworden sind", sagt Peter Kasperczyk, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Rosenheim, "aber es müssen noch viel mehr werden. Wir rufen die Verbraucher dazu auf, solche Bäume zu wählen."

Am besten Bio und Regional

„Das Optimale ist bio-zertifiziert bzw. giftfrei aus dem Wald und aus der Region“, erläutert Straußberger, „aber dazwischen gibt es natürlich viele Abstufungen“. Konventionelle Christbäume haben oft schon weite Transportwege hinter sich, wenn sie z.B. aus dem Sauerland oder gar aus Dänemark kommen. Dies ist schlecht für Klima, Mensch und Umwelt. Der BN empfiehlt deshalb, einen Baum aus der Region zu kaufen. Am umweltschonendsten erzeugt sind heimische Nadelbäume, die im Rahmen der Waldpflege anfallen oder auf Leitungstrassen wachsen. Problematisch ist aus Sicht des BN, dass ca. 50.000 Hektar an Christbaumplantagen in Deutschland nicht mehr als landwirtschaftliche Flächen für die Erzeugung von Nahrungsmitteln zur Verfügung stehen. Für skandalös hält es der Verband, wenn für Plantagen teilweise sogar Wälder „gerodet“ werden. „Wir appellieren an Waldbesitzer und Förster, mehr Christbäume aus ihren Wäldern anzubieten. Diese fallen bei der Waldpflege sowieso an. Bisher stammen nur etwa 5 % der Christbäume direkt aus dem Wald“, so Straußberger. Immerhin werden zunehmend Aktionen zum "Christbaumfällen" angeboten. Das Aussuchen und Fällen des eigenen Baumes wird so zum Erlebnis für die ganze Familie.

Giftdusche nicht ohne Wirkung

Im Jahr 2017 hatten BUND und BN bei einer deutschlandweiten Stichprobe in 13 von 17 Christbäumen Pestizide gefunden. Auch wenn die gefundenen Mengen wahrscheinlich nicht akut gesundheitsschädlich sind, könnten die Rückstände in beheizten Räumen an die Umgebung abgegeben werden und bei empfindlichen Menschen zu Reizungen führen - von den Auswirkungen auf die Artenvielfalt in den Christbaumplantagen ganz zu schweigen.

Verschiedene Anbaustandards

Die Palette des pestizid- und düngerfreien Anbaus reicht von den hohen Standards der Bio-Anbauverbände Demeter, Bioland, Biokreis und Naturland über EU-Bio-Zertifizierungen bis hin zu freiwilligen Selbstverpflichtungen von Anbauern, die aus verschiedenen Gründen (noch) keine Biozertifizierung anstreben, aber auf Pestizide und Kunstdünger verzichten. Verbraucherinnen und Verbraucher können hier selbst entscheiden, welchen Standard sie unterstützen.

Wer das Klima schützen will, sollte zudem auf eine energiesparende Beleuchtung des Christbaums achten.

Zu den Testergebnissen von 2017:
https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/umweltgifte/umweltgifte_weihnachtsbaumtest_hintergrund.pdf

Tipps für den regionalen Christbaumkauf

Für den Kauf eines Christbaums aus ökologischer Waldwirtschaft oder aus anerkannt ökologischen Kulturen kann man die Anbieterliste 2019 des BN zu Rate ziehen:
https://www.bund-naturschutz.de/fileadmin/Bilder_und_Dokumente/Presse_und_Aktuelles/Pressemitteilungen/2019/Wald/PM-121-19-Anlage-Anbieterliste2019.pdf

Angebote aus Stadt und Landkreis Rosenheim in der BN-Anbieterliste:

83022 Rosenheim (aktueller als in der Anbieterliste):
Familie Stäbler, Am Ledererbach 2 (Nähe Klinikum)
Ab 14. Dezember 2019: Verkauf von Christbäumen aus Naturverjüngung in eigener PEFC-zertifizierter Waldwirtschaft (Fichten, Kiefern und Weißtannen) sowie aus eigener EU-Bio-zertifizierter Christbaumplantage (Nordmanntannen)
Es empfiehlt sich vorher anzurufen (0160 5518509)

83209 Prien:
Hagebaumarkt, Am Reitbach 5
Verkauf von bio-zertifizierten Christbäumen aus dem Spessart von Marx GmbH (neben konventionell erzeugten Bäumen)
Mo-Fr 8:00–19:00, Sa 8:00–16:00

Weitere lokale Direktvermarkter:

Die Regionalität dieser Anbieter erlaubt jedoch keinen Rückschluss darauf, wie umweltgerecht die Christbäume produziert wurden.