Christbäume: am besten bio und regional

Auch Bio-Christbäume sind ein Beitrag zum Naturschutz. Denn bei Christbäumen aus konventioneller Produktion wird gespritzt und gedüngt – zum Schaden für Mensch und Natur. Der BUND Naturschutz (BN) empfiehlt deshalb, einen Bio-Baum aus der Region zu kaufen. Damit Verbraucherinnen und Verbraucher wissen, wo sie ökologisch erzeugte Christbäume bekommen, präsentiert der Verband zur Adventszeit einen Einkaufsführer.

27.11.2020

„Wir appellieren an die Verbraucher, Bio-Christbäume zu kaufen, die in Bayern ohne Kunstdünger und Pestizide groß geworden sind“, so Ursula Fees, Geschäftsführerin der BN-Kreisgruppe Rosenheim. „Wir werben aber auch bei Waldbesitzern, Plantagenbetreibern und Verkäufern, mehr Bio-Christbäume anzubieten."

Auch in diesem Jahr konnten wieder neue Betriebe in die Liste der Anbieter aufgenommen werden. „Wir freuen uns, dass unser bayernweiter BN-Einkaufsführer immer mehr Anbieter von Bio-Bäumen enthält“, so Ralf Straußberger, Waldreferent des BN. Mittlerweile werden in allen Regierungsbezirken Bio-Christbäume angeboten, von Anbaubetrieben selbst, an Verkaufsständen oder bei Einschlagsaktionen.

„Der optimale Christbaum ist bio-zertifiziert und giftfrei aus einem Wald in der Region“, so Frau Fees. „Aber dazwischen gibt es natürlich viele Abstufungen“. An Verkaufsständen angebotene, konventionelle Christbäume haben oft schon weite Transportwege hinter sich, wenn sie zum Beispiel aus dem Sauerland oder gar aus Dänemark kommen. Dies trägt zu höheren Schadstoffbelastungen bei und ist schlecht für Klima, Mensch und Umwelt. Der BN empfiehlt deshalb, einen Christbaum aus der Region zu kaufen.

Am umweltschonendsten erzeugt sind heimische Nadelbäume, die nicht aus einer Plantage kommen, sondern in den hiesigen Wäldern bei der Waldpflege anfallen oder auf Leitungstrassen wachsen. Problematisch sieht der BN, dass wegen der Christbaumplantagen in Deutschland rund 50.000 Hektar an landwirtschaftliche Flächen für die Erzeugung von Nahrungsmitteln nicht mehr zur Verfügung stehen. Für skandalös hält es der Verband, wenn für Plantagen teilweise sogar Wälder „gerodet“ werden. „Wir appellieren an Waldbesitzer und Förster, mehr Christbäume aus ihren Wäldern anzubieten. Diese fallen bei der Waldpflege ohnehin an. Man geht davon aus, dass bisher nur etwa 5 Prozent der Christbäume direkt aus dem Wald stammen“, so Frau Fees. Immerhin werden zunehmend Aktionen zum „Christbaumfällen“ angeboten. Das Aussuchen und Fällen des eigenen Baumes wird so zum Erlebnis für die ganze Familie.

Die Palette des pestizid- und düngerfreien Anbaus reicht von den hohen Standards der Bio-Anbauverbände Demeter, Bioland, Biokreis und Naturland, die der BN besonders empfiehlt, über EU-Bio-Zertifizierungen bis hin zu freiwilligen Selbstverpflichtungen von Anbauern. Der BN fordert schon seit vielen Jahren, den Pestizideinsatz in Wald, Feld und Flur zu verringern, um die Artenvielfalt zu verbessern. Dies war auch eines der zentralen Ziele des Volksbegehrens zur Rettung der Artenvielfalt.

Wer das Klima schützen will, sollte zudem auf eine energiesparende Beleuchtung des Christbaums achten.

Für Rückfragen:

Ursula Fees, Geschäftsführerin der BN Kreisgruppe Rosenheim, Tel. 08031 12882, E-Mail: rosenheim@bund-naturschutz.de

Tipps für den regionalen Christbaumkauf

Für den Kauf eines Christbaums aus ökologischer Waldwirtschaft oder aus anerkannt ökologischen Kulturen kann man die aktuelle Anbieterliste des BN zu Rate ziehen:
https://www.bund-naturschutz.de/fileadmin/Bilder_und_Dokumente/Presse_und_Aktuelles/Pressemitteilungen/2020/Wald/Anbieterliste_Christb%C3%A4ume_2020.pdf

Angebot aus Rosenheim in der BN-Anbieterliste:

Familie Stäbler, Am Ledererbach 2, 83022 Rosenheim (Nähe Klinikum):
Ab 12. Dezember 2020 Verkauf von Christbäumen aus Naturverjüngung in eigener PEFC-zertifizierter Waldwirtschaft (Fichten, Kiefern und Weißtannen) sowie aus eigener EU-Bio-zertifizierter Christbaumplantage (Nordmanntannen)
Es empfiehlt sich vorher anzurufen (0160 5518509)

Weitere lokale Direktvermarkter:

  • Proplanta-Agrar-Branchenbuch:
    http://agrifinder.proplanta.de/Agrar-Branchenbuch/
    Dort die Rubrik "Direktvermarkter", den Suchbegriff "Christbaum" sowie die Postleitzahl und den Umkreis (z. B. 25 km) eingeben. Mit aktivierter Volltextsuche auf "Suche starten" drücken.

Die Regionalität dieser Anbieter erlaubt jedoch keinen Rückschluss darauf, wie umweltgerecht die Christbäume produziert wurden.