"Löffelkraut & Co." ist UN‐Dekadeprojekt des Monats

Fünf Vorschläge standen zur Auswahl für das UN‐Dekadeprojekt des Monats November. Das Biodiversitätsprojekt "Löffelkraut & Co.", das im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz gefördert wird, konnte 67 % der abgegebenen Stimmen für sich verbuchen. Es gewann damit haushoch den bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb unter ausgewählten Projekten, die sich in besonderem Maße für den Erhalt, die Erforschung und die Vermittlung der biologischen Artenvielfalt einsetzen. Damit erhält das vom BUND Naturschutz auf den Weg gebrachte Projekt Anerkennung, die weit über die südbayerischen Grenzen hinausgehen.

11.12.2014

Dabei geht es in dem Projekt um etwas, das es nur in wenigen bayerischen Gefilden südlich der Donau gibt: das Bayerische Löffelkraut. Ein Urbayer also, der leider immer seltener wird. Er liebt sprudelnde, reine Quellen und grünes Moos und teilt diese Vorlieben mit Regenmanderln und der fast genauso seltenen Bayerischen Quellschnecke. Letzte Vorkommen finden sich im Allgäu und in oberbayerischen Naturparadiesen bei Glonn, Spielberg, Vagen und Halfing.

Im Rahmen des Biodiversitätsprojekts "Löffelkraut & Co." wurden wichtige Grundlagen zu den oberbayerischen Lebensräumen, den dort vorkommenden Arten und ihren Wechselbeziehungen untereinander erforscht, die nun in Erhaltungskonzepte für sämtliche Vorkommen des Löffelkrauts eingehen. Doch dabei soll es nicht bleiben. "Es war richtig, von vornherein auf unterschiedlichen Ebenen zu arbeiten", so die Projektbetreuerin Gabriela Schneider. "Ein erfolgreiches Projekt braucht eine breite und starke Basis. Wir haben von Anfang an eng mit Eigentümern, Landschaftspflege‐ und Naturschutzverbänden, Behörden, Politikern und wissenschaftlichen Instituten zusammengearbeitet. Nun können wir die Kräfte gebündelt für den Erhalt von Arten einsetzen, die ein Stück bayerische Identität bedeuten."

Schon mit kleinen und wenig aufwändigen Zusatzmaßnahmen konnte das Bayerische Löffelkraut an einigen Wuchsorten gefördert werden. Andere notwendige Maßnahmen brauchen aber eine längere Vorbereitungszeit, wie z.B. Quell‐ und Bachsanierungen. Diese sollen bis Ende der Projektlaufzeit noch auf den Weg gebracht werden.

Für alle, die "Löffelkraut & Co." kennenlernen wollen, werden auch im nächsten Jahr wieder Exkursionen, Ausstellungen und Vorträge angeboten. Nähere Auskünfte erteilen die Ortsgruppen Glonn, Aying und Feldkirchen-Westerham des BUND Naturschutz.