Leserbrief zu Artikeln im OVB

Zu den Artikeln „400 Züge rollen auf uns zu“ (28. Februar 2014) und „Herzstück einer Lebensader“ (19. April 2014) im OVB:

Die Berichte über die Bauarbeiten im Brenner-Basis-Tunnel BBT steigern logischerweise die Ungeduld der Inntalbewohner, die auf die versprochenen Planungsvorschläge von DBNetz und den Bürgerdialog warten. Zwei wichtige Details bleiben aber offen:

Der fertige BBT und die bayrische Zulaufstrecke werden nur einen begrenzten Nutzen bringen, wenn in Italien nicht ebenfalls ein weiteres Gleispaar von Franzensfeste bis Verona (etwa 190 km !) gebaut wird. Angesichts der momentanen wirtschaftlichen Situation Italiens darf man dieses Gleispaar, wenn überhaupt, erst in ferner Zukunft erwarten.

Unklar bleibt auch, wie sich die lokalen Politiker, die gerne zu den BBT-Baustellen pilgern, die Verlagerung der Güter auf die Schiene vorstellen. Die Verkürzung der Transportzeiten wird da nicht viel bewirken. Derzeit verkehren im Inntal und über den Brenner werktäglich rund 100 Güterzüge, die etwa 1/3 der Gütermengen auf dieser Route transportieren. Der Rest fährt auf der Straße. Diese Aufteilung ist seit Jahrzehnten annähernd gleich geblieben. Mit der angesprochenen Alpentransitbörse könnten mehr Güter auf die Schiene gebracht werden. In der offiziellen deutschen Verkehrspolitik wird die Transitbörse aber nicht einmal wahrgenommen. Wenn man eine fühlbare Verlagerung will, wird man aber um diese oder andere dirigistische Maßnahmen nicht herumkommen.