Trotz ordentlicher Noten: Die meisten Bäume sollen weg

Das Baumgutachten und die aktualisierten Pläne zum Südtiroler Platz standen im Mittelpunkt einer Versammlung der BUND Naturschutz-Ortsgruppe Rosenheim. Positiv, so die Aktiven, sei die Bereitschaft der Stadtverwaltung zu werten, in der favorisierten Lösung ohne Bunker immerhin vier Bäume im zentralen Bereich zu erhalten. Aus Sicht der Naturschützer ist es aber alles andere als sicher, dass die Bäume überleben, weil drei davon in unmittelbarer Nähe des Bauwerks stehen. In der Variante mit Bunker könnten nicht nur diese Bäume, sondern noch weitere dort sicher erhalten werden - von den sinnvollen Möglichkeiten, den Bunkerhügel zu nutzen, ganz zu schweigen.

Großes Erstaunen rief bei den Aktiven der Umgang der Stadtverwaltung mit dem Gutachten für die über vierzig Bäume hervor. Die Gutachterin hatte Schulnoten zwischen 2 und 4 vergeben; die wirklich schlechten Noten 5 und 6 kamen gar nicht vor. Doch für die Stadt sind nur die Bäume mit Note 2 tatsächlich erhaltenswert. Pech zum Beispiel für die schöne Kastanie am Südtiroler Platz: Trotz einer weiteren Lebenserwartung von über 60 Jahren erhielt sie nur Note 3 und soll somit gefällt werden.

"Nach diesen Maßstäben müssten auch anderswo in der Stadt die meisten Großbäume beseitigt werden", so eine Aktive. Es kamen auch Fragen wie: "Wer gibt die Gewähr, dass neu gepflanzte Bäume nach Jahrzehnten besser da stehen als die vorhandenen?" und "Was wäre in den Rosenheimer Schulen los, wenn nur Schüler bis zur Note 2 eine Chance bekämen?" Für einen anderen lautete die Schlussfolgerung: "Die freie Sicht auf das Oberbahnamt und immer mehr Auto-Parkplätze sind der Stadt anscheinend wichtiger als die Ökologie und die ursprünglich geforderte Aufenthaltsqualität".

Der BUND Naturschutz hofft nun auf rege Beteiligung der Bürger, zum Beispiel bei der am 30. 6. im KUKO geplanten Veranstaltung der Stadt Rosenheim.

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