Dauerbrenner 2012: Etikettenschwindel Nahversorgungszentrum

Nördlich der Fachhochschule soll ein sogenanntes „Nahversorgungszentrum (NVZ)“ entstehen. Doch dies ist ein Etikettenschwindel, denn dort wohnt kaum jemand in fußläufiger Entfernung. Vielmehr sollen Kunden von weiter her angelockt werden, was die existierende Nahversorgung in den Stadtteilen Rosenheims und im nördlichen Umland schädigt. Es entsteht sinnloser Auto-Mehrverkehr mit Lärm, Abgasen und Energieverbrauch. Die letzten Grünflächen mit ihren ökologischen Funktionen gehen verloren, die Ortsteile zerfließen zu einem Siedlungsbrei. Den verbleibenden Flächen z. B. an der Ebersberger Straße dürfte über kurz oder lang ein ähnliches Schicksal beschieden sein.

Verwaltung und Stadtrat lehnten noch 2006 einen Lebensmittelmarkt an dieser Stelle vehement ab.

Am 16. Mai 2012 wurde eine Bürgerinitiative gegründet. Bereits am 17. Juli wurden 2.400 Unterschriften gegen das "NVZ" an die Oberbürgermeisterin übergeben! Der Stadtrat beschäftigte sich in der Sitzung am 25. Juli allerdings nur mit der zweitrangigen Frage der Nord- oder Süderschließung. Am 19. September kam es zur Gründung eines Vereins, der "IG Rosenheim Nord". In der Bürgerversammlung am 10. Oktober wurde mit großer Mehrheit beschlossen, dass sich der Stadtrat erneut mit dem Thema beschäftigen muss.

Auf der sehr gut besuchten Podiumsdiskussion am 15. November, veranstaltet vom Rosenheimer Forum zusammen mit Bund Naturschutz, Rosolar und RoRegio, wurde deutlich, dass der Widerstand gegen das Projekt immer breiter wird. In der Diskussion – die entgegen der Berichterstattung im OVB ruhig und geordnet ablief – gab es viele ablehnende Äußerungen auch von Bürgern, die zum ersten Mal auf einer Veranstaltung zum „NVZ“ das Wort ergriffen.

In der Sitzung des Bauauschusses am 22. November zerpflückte der juristische Berater der Stadt, Dr. Paul Fronhöfer, das bisherige Konzept: Die Grünzäsur im Norden muss in voller Breite erhalten bleiben und dauerhaft gesichert werden. Die bisher für FH und FOS/BOS im Süden vorgesehenen Flächen sind – da offenbar nicht wirklich benötigt – als Gewerbegebiete auszuweisen; eine dieser Flächen, früher eine Deponie, ist erst auf Altlasten zu untersuchen. Es ergaben sich weitere offene Fragen, z. B. zur Verkehrserschließung. Auch bisherige Befürworter des „NVZ“ im Stadtrat ließen daraufhin Zweifel am Projekt erkennen. Andere machten deutlich, dass sie schon immer dagegen waren.

Die Chance, dieses Projekt zu verhindern, ist größer geworden. Aber bisher wurde nur eine Zeitverzögerung erreicht. Deshalb werden auch Sie aktiv:

  • Werden Sie Mitglied im Verein!
  • Besuchen Sie Informationsveranstaltungen und Bürgerversammlungen!
  • Sprechen Sie Freunde, Nachbarn und Vereinskameraden an!
  • Schreiben Sie einen Leserbrief!
  • Fragen Sie Stadträte, ob und warum sie einem solchen Vorhaben zustimmen!
  • Gehen Sie zu Stadtratssitzungen, auf denen das Thema behandelt wird!

Artikel im OVB "Regierung soll sich zu Nvz äußern"...

Artikel im OVB "Drei Lager herauskristallisiert"...

Artikel im OVB "Hoffnung auf andere Entscheidung"...

Artikel im OVB "Stadtteilbewohner sauer auf Stadtrat"...

Artikel im OVB "Bürgerinitiative gegen Nvz wird Verein"...

Artikel im OVB "Gegner formieren sich"...

Stellungnahme der BN-Ortsgruppe Rosenheim...

Leserbrief der BN-Ortsgruppe Rosenheim zur Verkehrssituation...

Presseartikel der BN-Ortsgruppe Rosenheim zum Flächenverbrauch...

Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2006...

Flyer des Rosenheimer Forums...

Zur Homepage des Vereins IG Rosenheim Nord...

Zum Mitmacher.net...

Zur BN-Ortsgruppe Rosenheim...