Isoplus-Erweiterung in Rosenheim – ein Minus für Bürger und Natur

Rodung ohne Planänderung und Baugenehmigung

Bereits der Bau der Firma Isoplus an der Aisinger Straße verstieß gegen den Flächennutzungsplan, genauso die erste Erweiterung. Bei der jetzt geplanten neuerlichen Vergrößerung durch eine Halle findet die städtebauliche Fehlentwicklung, aber auch die Missachtung von Bürgerinteressen und wertvoller Natur ihren traurigen Höhepunkt.

Nachteile für Mensch...

Die Menschen in Heilig Blut müssen auf Bäume und Büsche verzichten, die sie bisher vor den Immissionen wie Lärm und Feinstaub von der Straße Panorama-Schwaig schützten. Dazu kommt zusätzlicher Verkehr wegen der Erweiterung des Betriebs. Niemand weiß, ob der LKW-Verkehr nicht weit höher sein wird als behauptet, zumal sich die tatsächliche Nutzung ändern kann. Statt landschaftsprägender schöner Bäume wird dort ein weiterer Industriebau errichtet. Die Privatgrundstücke verlieren massiv an Wert.

....und Natur

Die Natur an der Kalten – dem einzigen weitgehend unverbauten und unkanalisierten Alpenabfluss Südostbayerns – wird stark in Mitleidenschaft gezogen. Das ist besonders bedeutsam, weil hier sehr seltene Vogelarten wie der Eisvogel vorkommen und sogar brüten. Auch mindestens sieben Fledermausarten jagen dort und finden teilweise Quartier. Durch Bebauung und Versiegelung leidet die Rolle des Gebiets für Frischluftentstehung und Grundwasserneubildung. Das hochstehende Grundwasser kann in seiner Strömung beeinträchtigt und durch die nachgewiesenen Altlasten verseucht werden.

Verwaltung schafft VORZEITIG Fakten

Der Wald war zwar durch den Sturm 2011 geschädigt, hatte aber ein hohes Potenzial zur Neuentwicklung. Eine im Auftrag der Stadt erarbeitete fachliche Stellungnahme, die dies belegt, wurde den Stadträten bei der ersten Abstimmung im Sommer 2013 vorenthalten.

Wesentliche Punkte zur Abmilderung des Eingriffs aus der artenschutzrechtlichen Prüfung werden nicht eingehalten: Statt bestehende flussnahe Waldungen aufzuwerten, sollen neue Bäume weit weg in Egarten gepflanzt werden. Statt erst zu pflanzen und dann zu roden, wurden die Bäume, darunter auch viele Großbäume, schon im Januar gefällt. So wurden schon vor dem Abschluss des Verfahrens zur Flächennutzungsplan-Änderung Fakten geschaffen!

Der Regionalplan Südostoberbayern, der die Fläche als Landschaftliches Vorbehaltsgebiet ausweist, wird durch die geplante Einstufung als Mischgebiet verletzt.

Eine Windwurfzone von 25 Metern zur Bebauung ist nicht sicher gestellt – müssen deshalb noch mehr Bäume fallen?

AlternativeN SIND MÖGLICH

Entgegen falscher Behauptungen in den Planungsunterlagen gibt es sehr wohl gewerbliche Alternativstandorte für eine Komplettverlagerung des Betriebs in Rosenheim, z. B. am Oberfeld. Noch leichter wäre ein neuer Standort nur für den Erweiterungsbau zu finden, sicher auch an verkehrstechnisch besser geeigneter Stelle.

Zur Stellungnahme 2 der Ortsgruppe Rosenheim (Februar 2014)

Zur Stellungnahme 1 der Ortsgruppe Rosenheim (August 2013)

 

Zur Ortsgruppe Rosenheim