Pressemitteilung zur Landesgartenschau

Die Landesgartenschau bietet einmalige Chancen auch für Natur und Umwelt. Leider ist davon bei der Realisierung oft wenig zu spüren. Jüngstes Beispiel ist der Plan, ausgerechnet im Landschaftsschutzgebiet Bauer in der Au „vorübergehend“ einen riesigen Parkplatz mit Kiesunterbau und befestigter Deckschicht anzulegen. Das belastet nicht nur Natur und Landschaft in unerträglicher Weise, sondern lenkt noch zusätzlichen Verkehr über die Panorama-Kreuzung und die Miesbacher Straße. Und sobald einmal Fakten geschaffen sind, rückt eine dauerhafte Nutzung des Geländes näher, in welcher Form auch immer.

Ein weiteres Negativ-Beispiel ist der Mangfalldamm an der Nicklwiese. Jeder mag selbst entscheiden, ob ihm die geplante Lösung gefällt: eine einzelne sterile Baumreihe auf der einen Dammseite, eine kahle schattenlose Wiese auf der anderen Seite zum nach wie vor kanalartigen Ufer hin, dazwischen eine vier Meter breite Asphaltstraße. „Beispielhafter Hochwasserschutz“ gemäss der LGS-Werbung ist das jedenfalls nicht. Dafür bräuchte man eine sehr viel deutlichere Verschiebung des Deiches in Richtung Hammerbach, um der Mangfall, den Pflanzen und Tieren wieder mehr Raum zu geben und damit auch den Besuchern einen natürlicheren Flusslauf zu präsentieren. Das wusste auch das Wasserwirtschaftsamt, konnte sich aber offenbar gegenüber Planer und Stadt nicht durchsetzen. Öffentlichkeit und Verbände, die zu einer besseren Lösung hätten beitragen können, blieben weitgehend ausgesperrt, denn es gab keine Workshops und kein Planfeststellungsverfahren.

Noch nicht gefällt, aber für diesen Zweck schon markiert, sind die meisten Bäume am Hammerbach zwischen Rathaus- und Innstraße. In diesem Biotop kommen neben vielen anderen Tieren im und am Fluss auch Rote-Liste-Arten wie Eisvogel und Fledermäuse vor. Ihr Lebensraum wird durch die flächendeckende Rodung und den Umbau in eine mit Beton-Fertigteilen gespickte Kajakstrecke zerstört, die man sicherlich anderswo und anders anlegen könnte. Ein Verkehrskonzept gibt es anscheinend nicht. Von welch zweifelhafter Qualität der landschaftspflegerische Begleitplan ist, sieht man schon daran, dass darin behauptet wird, aus diesen Maßnahmen ergäbe sich sogar ein Vorteil für die Natur!

Sind das wirklich „Signale für eine gesunde Natur und Umwelt“, wie es uns die LGS-Werbung vorgaukelt?

 

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