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Rückblick Rosenheimer Energiedialoge: Wirtschaftlichkeit von privaten PV-Anlagen unter dem EEG 2027

Rosenheim, 22.07.2026: Diesmal veranstalteten die Rosenheimer Energiedialoge ein Webinar zum Thema „Wirtschaftlichkeit von privaten PV-Anlagen unter dem EEG 2027“, zu dem zahlreiche Interessierte aus dem Bereich der erneuerbaren Energien und Privatpersonen zugeschaltet waren. Als Referent konnte Dr.-Ing. Johannes Weniger von aquu gewonnen werden, der im Auftrag des Solarenergie-Fördervereins Deutschland e.V. die aktuelle PV2027-Studie vorstellte. Diese untersucht, wie sich die geplanten Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) auf die Rentabilität privater Photovoltaikanlagen auswirken werden.

26.07.2026

In seinem Vortrag ging Weniger zunächst auf die zentralen Neuerungen des EEG 2027 ein, die ab Januar 2027 für neue PV-Anlagen gelten sollen. Demnach wird die Förderung für Anlagen mit weniger als 25 Kilowatt installierter Leistung vollständig eingestellt. Stattdessen sollen Betreiber kleinerer Anlagen entweder auf Nulleinspeisung umstellen oder ihren Strom über die Direktvermarktung zu Börsenpreisen verkaufen. Zudem ist eine dauerhafte Begrenzung der Einspeiseleistung auf maximal 50 Prozent der installierten Leistung vorgesehen. Für bestehende Anlagen könnte es zwar vorübergehende Übergangszahlungen geben, doch die grundlegende Ausrichtung des Gesetzes zielt darauf ab, kleine PV-Anlagen stärker in Richtung Eigenverbrauch oder Speicherung zu lenken.

Besonders kritisch bewertete Weniger die Folgen der geplanten Nulleinspeisung, die für viele Betreiber zur Standardoption werden dürfte. Wie die Studie zeigt, müssten bei dieser Betriebsweise bis zu 69 Prozent des jährlichen PV-Ertrags einer typischen 10-kW-Anlage abgeregelt werden – Strom, der damit ungenutzt verloren geht. Dadurch steigen die tatsächlichen Stromgestehungskosten des nutzbaren Solarstroms von bisher etwa 10 Cent pro Kilowattstunde auf rund 31 Cent. Größere Anlagen verlieren zudem ihre wirtschaftlichen Vorteile, da mit zunehmender Größe auch die Abregelungsverluste steigen. Ohne zusätzliche Speicherlösungen würden private PV-Anlagen unter diesen Bedingungen kaum noch wirtschaftlich betrieben werden können, da sich die Amortisationsdauer auf über 30 Jahre verlängern würde.

Als Alternative zur Nulleinspeisung präsentierte der Referent die Direktvermarktung, bei der der eingespeiste Strom zu Börsenpreisen verkauft wird. Allerdings zeigte sich, dass diese Option für kleine Anlagen mit erheblichen Hürden verbunden ist. Neben hohen Transaktionskosten und komplexen Abrechnungsprozessen fehlt es derzeit an standardisierten Lösungen, die eine massentaugliche Umsetzung ermöglichen würden. Ein zusätzlicher Bonus von 1,5 Cent pro Kilowattstunde, der maximal vier Jahre lang gezahlt wird, bringt laut Studie nur eine minimale Verbesserung der Wirtschaftlichkeit. Insgesamt bleibe die Direktvermarktung für Privathaushalte damit unattraktiv.

Ein weiterer zentraler Punkt der Diskussion war die Frage, wie sich die neuen Regelungen auf verschiedene Haushaltstypen auswirken. Wie die Analyse zeigt, profitieren vor allem Haushalte mit hohem Stromverbrauch – etwa durch den Einsatz von Wärmepumpen oder Elektroautos – da sie einen größeren Anteil des selbst erzeugten Stroms direkt nutzen können. Dadurch verkürzt sich die Amortisationszeit deutlich. Geringverbraucher hingegen seien durch das EEG 2027 besonders benachteiligt, da ihnen weniger Möglichkeiten bleiben, den Solarstrom sinnvoll einzusetzen.

Abschließend betonte Weniger, dass die Studie nicht nur die Herausforderungen, sondern auch mögliche Handlungsoptionen aufzeige. So könnten etwa lokale Energiegemeinschaften oder innovative Speicherlösungen dazu beitragen, die Rentabilität von PV-Anlagen auch unter den neuen Rahmenbedingungen zu sichern. Die Ergebnisse der PV2027-Studie sollen nun als Diskussionsgrundlage für die weitere Ausgestaltung des EEG 2027 dienen. Der Solarenergie-Förderverein fordert in diesem Zusammenhang Nachbesserungen, um die Attraktivität kleinerer Anlagen zu erhalten.

Für alle Interessierten steht die vollständige Studie unten zum Download bereit.

 

Links:

Johannes Weniger, Kai Buchholz: PV2027-Studie – Wirtschaftlichkeit von privaten PV-Anlagen unter dem EEG 2027, Studie von aquu im Auftrag des SFV, Berlin, Juni 2026
t3://file?uid=372959

Rosenheimer Energiedialoge: Allgemeines, weitere Veranstaltungen
https://rosenheim.bund-naturschutz.de/oeko-tipps/rosenheimer-energiedialoge