Willkommen bei der Ortsgruppe Bernau!

Vorsitz: Pia Ostler

Kontakt: bernau@bund-naturschutz.de

Termine und Veranstaltungen

Stammtisch der Ortsgruppe

Wann? – Üblicher weise jeden 2. Montag im Monat um 19:30 Uhr
Wo? – Pizzeria LA VELA, Aschauerstr. 22, 83233 Bernau.

Was? – Gelegentlich steht der Stammtisch unter einem bestimmten Thema.
Ankündigung im "Bernauer". Auch Nicht-Mitglieder sind herzlich willkommen. "Schnuppern" Sie doch mal rein.

Nächster Stammtisch:
am Montag, den 12. Oktober 2020 um 19:30 Uhr im La Vela.

WANDERUNGEN

Nächste Wanderung:

Samstag, 10. Oktober

13:00 Uhr:

Von Baum zu Baum

Spaziergang zu heimischen und exotischen Bäumen in Prien
Treff: Prien, Haus des Gastes, Alte Rathausstr. 11
Dauer: 3 Std.

Wanderungen: Das Jahresprogramm unserer Wanderungen "Natur- und Kulturspaziergänge 2020"

„Faszination Insekten“ im Rathaus bis 11. August

Ausstellungseröffnung

Gerade noch schien die Sonne vom heißen Julihimmel, als die Hafenstoaner mit ihren Alphörnern die Ausstellung „Faszination Insekten – Insekten einfach unverzichtbar“ auf dem Rathausplatz musikalisch eröffneten. Die Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber begrüßte die anwesenden Besucher*ìnnen und bedankte sich für die Aktivitäten des Kunstkreises und des Bund Naturschutz Bernau, dass sie das Rathaus mit Leben erfüllten. Da schüttete es schon los, und die Gesellschaft flüchtete sich ins Innere, wo auch die 10 großformatigen Ausstellungsplakate aufgebaut waren.

Die Vorsitzende der Ortsgruppe, Pia Ostler, zeigte sich erfreut, dass diese Ausstellung mit dem so wichtigen Thema nach langen Monaten der erzwungenen Pause endlich wieder gezeigt werden könne. Sie betonte, dass auch Maßnahmen gegen das Artensterben ebenso schnell und effektiv umgesetzt werden müssten wie die Maßnahmen gegen Corona in den letzten Wochen. Positive Ansätze seien durch das ein Jahr zuvor in Kraft gesetzte Volksbegehren Artenvielfalt zu erkennen.

Frau Viktoria Puchstein von der Ortsgruppe Rimsting, die die Ausstellung maßgeblich mit konzipiert hatte, erläuterte anschaulich ihre Beweggründe und die einzelnen Themen. Der Rückgang der Insekten war schon lange unter Fachleuten bekannt, aber erst die Krefelder Studie von 2017 rüttelte die Medien und Menschen auf. In einem 27-jährigen Feldversuch hatten Forscher die Anzahl der Fluginsekten in Schutzgebieten in ganz Deutschland untersucht und dabei einen Rückgang der Biomasse um 76 % festgestellt! Weitere Untersuchungen in Europa und der Welt belegen ähnliche, erschreckende Ergebnisse. Anhand eines Nahrungsnetzes werden auf einer der Schautafeln die wichtigen Beziehungen eines Ökosystems dargestellt: Wenn einzelne Tier- oder Pflanzenarten wegfallen, kann das noch ausgeglichen werden. Wenn es aber zu viele werden, wird das Netz löchrig und reißt schließlich. Die Konsequenzen des Artenrückgangs sind noch nicht abzusehen, aber sie werden dramatisch sein.

Die Ausstellung zeigt aber nicht nur die Probleme, sondern auch Lösungsansätze in der Politik und bei jedem Menschen: Agrarzahlungen, die nicht Intensivierung, sondern Naturschutz fördern, eine extensivere Landwirtschaft, naturnahe Gärten.

Dies alles kann in der Ausstellung erfahren werden, die insbesondere auch für Kinder und Jugendliche geeignet ist.

Mit dem Hitzelsberg hat auch Bernau einen an Insekten und anderen Tier- und Pflanzenarten reichen Lebensraum, der seit Jahrhunderten extensiv genutzt wurde. Umso wichtiger ist es in der heutigen Zeit, diesen soweit es geht zu erhalten.

Bernauer Rathaus: “Ausstellung Faszination Insekten - Insekten einfach unverzichtbar” - Interview

Interview mit Viktoria Puchstein

Schon vor drei Jahren, als eine Langzeit-Studie aus NRW mit Daten von ehrenamtlichen Insektenkundlern für Aufsehen sorgte, zeigte sich, dass das Insektensterben in Deutschland gewaltige Ausmaße angenommen hat. Damit war bestätigt, was viele Fachleute schon lange vermutet hatten. Eine Ausstellung im Foyer des Bernauer Rathauses bis zum 11. August der Ortsgruppe Bernau des BUND Naturschutzes zeigt nun eindrücklich, wie wertvoll Insekten sind: „Faszination Insekten – Insekten einfach unverzichtbar.“  Was bedeutet das Insektensterben für die biologische Vielfalt? Was können wir dagegen unternehmen? Einige Mitglieder des BUND Naturschutzes im Landkreis Rosenheim, darunter Viktoria Puchstein, haben die Ausstellung konzipiert. Grundlage dazu war das Buch von Dr. Andreas Segerer und Eva Rosenkranz „Das große Insektensterben – Was es bedeutet und was wir jetzt tun müssen“. Die Ausstellung machte schon in einigen Rathäusern Station, um auf die Bedeutsamkeit von Insekten aufmerksam zu machen.

F1: Frau Puchstein, die Ausstellung “Insekten einfach unverzichtbar“ zeigt die biologische Vielfalt. Was passiert, wenn Insekten fehlen? Was bedeutet das Insektensterben für uns Menschen?

A: Nach der „Krefeld Studie“, die vor drei Jahren veröffentlicht wurde, hat dieses Jahr ein internationales Team von Insektenforschern aus allen Erdteilen die Ergebnisse seiner Studien bekannt gegeben. Das Insektensterben geht massiv weiter. Sie haben ihre Veröffentlichung mit „Warnung an die Menschheit“ überschrieben. Warum sind die Ergebnisse so erschreckend? Pflanzen und Tiere sind, was z. B. Nahrung und Fortpflanzung betrifft, aufeinander angewiesen. Viele verschiedene, wichtige Beziehungen im ökologischen Gefüge bilden die Ökosysteme der Erde. Man kann sie als sichere Hängematte darstellen, die für uns lebenswichtig ist. Was passiert, wenn Arten sterben, wenn das Netz der Hängematte löchrig wird? Was passiert, wenn es reißt? Andreas Segerer sagt dazu: „Insekten spielen mit ihrer Vielfalt eine tragende Rolle im Ökosystem. Ihr Verschwinden würde einen Kaskadeneffekt bedeuten, dessen Ausmaß noch gar nicht abzusehen ist.“

F3: Was sind konkret die Ursachen für den Rückgang der Insekten?

A: Das weltweite Insektensterben hat verschiedene Ursachen. Jahrhunderte lang hat der Mensch das Land extensiv bewirtschaftet und damit eine vielfältige, artenreiche Kulturlandschaft geschaffen. Heute sieht die Landnutzung anders aus. Durch die intensive Bewirtschaftung gibt es z.B. weniger Wildblumenwiesen, Brachflächen, Flurgehölze, Bachläufe und anderes mehr, was Lebensraum bieten würde. Stickstoffdünger, auch durch den zunehmenden Straßenverkehr, verhindert artenreichen Pflanzenbewuchs. Das Wachstum von Siedlungs- und Verkehrsflächen führt zu Flächenfraß und Landschaftszersiedelung. Die Lebensräume für Insekten werden dadurch immer weniger, sie bestehen heute vielfach nur noch aus isolierten Inseln.

F4: Kann man den Rückgang stoppen? Was kann jeder Einzelne von uns tun? Und was halten Sie von Insektenhotels?

A: Da ist natürlich hauptsächlich die Politik gefragt, aber auch jeder Einzelne. Wir müssen Lebensraum schaffen und jeder, der einen Garten oder Balkon hat, kann dazu durch eine insektenfreundliche Gestaltung beitragen. Viele Insekten brauchen Pollen und Nektar als Nahrung. Hier sollte man auf gefüllte Blüten verzichten, einfach blühende Pflanzen sind die bessere Wahl. Die Insekten suchen sie vom Frühjahr bis zum Herbst auf. Sie brauchen Schlaf- und Rastplätze z. B. in Blüten. Sie brauchen Futterpflanzen für ihre Larven. Manche brauchen für ihre Nester Totholz, Lehm oder Erdlöcher. Man kann ihnen das alles in einer sogenannten „Wilden Ecke“ im Garten anbieten. Manche Insekten nehmen auch sachgemäß gebaute Insektenhotels an. Dazu gibt es Anleitungen bei Naturschutzverbänden. Außerdem sollte man eine flache Schale mit Wasser aufstellen, als Tränke und Badewanne. Steine oder Ästchen darin sorgen dafür, dass kein Tier ertrinkt. Auch für die Überwinterung der Insekten ist der Garten wichtig, deshalb bitte trockene Stängel und Samenstände stehen lassen und erst im Frühjahr „aufräumen“.

Was können wir noch tun? Viele Landwirte sind bereit, ökologisch und umweltgerecht zu arbeiten. Wenn wir regional und biologisch produzierte Lebensmittel kaufen, sorgen wir für mehr wertvollen Lebensraum.

F2: Was passiert, wenn Insekten fehlen?

A: Dann werden wir verschiedene Probleme haben, z.B. im Obst- und Gemüseanbau. 90% unserer Blühpflanzen werden von Insekten bestäubt. Dabei übernehmen Wildbienen und Schwebfliegen den Großteil der Bestäubungsleistung. Sie fliegen, im Gegensatz zu Honigbienen, auch bei tieferen Temperaturen und Schlechtwetter. Außerdem sind sie effektiv und gute Pollenüberträgerinnen. Am besten für eine sichere Bestäubung ist eine Kombination aus Honigbienen mit einer Vielzahl von Wildbestäubern. Der Wert der weltweiten Bestäubungsleistung wird übrigens auf 200 bis 600 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

Außerdem werden die Insekten als Nahrung für andere Tiere fehlen, z. B. für Vögel, Fische, Fledermäuse, Amphibien und viele mehr. Auch hier nehmen die Bestände deutlich ab. Denken Sie an die gegenseitigen Abhängigkeiten im ökologischen System.

Ohne Insekten hätten wir auch Probleme mit Aas, Kot und zerfallenden Substanzen. Unsere Insekten beseitigen diese „Abfälle“ und bereiten die Zersetzung durch Pilze und Mikroorganismen vor.

F5: Haben Sie ein bestimmtes Lieblingsinsekt?

A: Ein bestimmtes Lieblingsinsekt habe ich nicht. Aber ich mag es, wenn es summt und brummt und flattert. Leider ist das auch hier bei uns viel weniger geworden.

Vielen Dank für das Interview. Das Gespräch führte Elisabeth Kirchner.

Vogelschutzgebiet Irschener Winkl

Wiederansiedlung von Kiebitz Brutpaaren

WIESENBRÜTERSCHUTZ IM IRSCHENER WINKEL

Beschilderung zeigt erste Erfolge

Im Irschener Winkel soll der Kiebitz wieder heimisch werden. Hierfür eignet sich besonders das Gebiet zwischen Birkenallee, Siebertweg (Chiemseerundweg) und Autobahn. Noch bis Mitte der 1980er Jahre brüteten hier bis zu 20 Paare dieses stark bedrohten Vogels. Damit sich der Kiebitz wieder ansiedeln kann, benötigt er störungsfreie Bereiche. Daher weisen seit März entsprechende Informationstafeln auf das Gebiet hin, die die Besucher zudem bitten, das Gebiet bis Ende Juni nicht zu betreten und sich nur auf den ausgewiesenen Wegen aufzuhalten.

Anfang April konnte nun ein Kiebitzpaar im ausgewiesenen Wiesenbrüterareal fotografiert werden. Diese erfreuliche Beobachtung belegt, dass die Maßnahmen bereits erste Erfolge bringen und wirklich sinnvoll und wichtig sind. Zumal gleichzeitig auch ein ebenfalls zu den Wiesenbrütern gehörender Großer Brachvogel bei der Nahrungssuche beobachtet wurde. Wie wichtig diese Wegsperrungen sind, zeigte sich deutlich, als kurz nach Beobachtung der Vögel ein Jogger mitten in das Gebiet lief und damit die Vögel aufscheuchte und leider vertrieb.

Der Gebietsbetreuer für den Chiemsee, Dirk Alfermann, bittet daher alle Besucher des Irschener Winkels, sich weiterhin an das Wegegebot zu halten, um eine Ansiedlung der hoch bedrohten Wiesenbrüter dauerhaft zu ermöglichen.

Der Irschener Winkel, im Gemeindegebiet Bernau a. Ch. gelegen, ist immer noch ein ökologisch herausragendes Gebiet, das vielen Arten einen wertvollen Lebensraum bietet. Allerdings sind dort in den vergangenen Jahren zahlreiche Arten ausgestorben. Das betrifft beispielsweise Kiebitze, Braunkehlchen und Wiesenpieper. Um die noch verbliebenen Arten im Gebiet zu schützen, bittet die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Rosenheim um dringende Mithilfe.

„Der will nur spielen!“, sind sich viele Hundehalter sicher. Aber für viele Vogelarten bedeutet ein aufstöbernder Hund Lebensgefahr. Freilaufende Hunde werden von Wildtieren als Gefahr wahrgenommen. Der Fluchtinstinkt und der Stress, den auch ein gut erzogener Hund bei Wildtieren auslöst, führen zu Energieverlust und erhöhtem Nahrungsbedarf.

In der Brutzeit wirken sich diese Störungen besonders nachteilig auf die Aufzucht der Jungen aus. Störungen bei der Nahrungssuche bedeutet oft hungern für die Küken. Werden die Elterntiere vom Nest aufgescheucht, erkalten die Eier und die Küken sterben. Deshalb werden die Hundehalter dringend gebeten, ihre Hunde speziell während der Brutzeit im Frühjahr nicht frei laufen zu lassen.

Kiebitz soll in den Irschener Winkel zurückkehren

Vor gut 60 Jahren war der Kiebitz am und um den Chiemsee noch ein häufiger und regelmäßiger Brutvogel. Allein im südlichen Bereich des Sees zählte man 50 bis 60 Brutpaare. Auch der Irschener Winkel war eines der Schwerpunkt-Brutgebiete. Noch Mitte der 1980er Jahre konnten hier 20 Brutpaare festgestellt werden. Seit Ende der 1990er Jahre ist der Kiebitz als Brutvogel im Irschener Winkel verschwunden, wie auch an vielen anderen Stellen um den See. Dies soll sich nach Wunsch des Chiemsee-Gebietsbetreuers, Dirk Alfermann, wieder ändern. Denn gerade im Irschener Winkel findet man – dank der extensiven Bewirtschaftung durch ortsansässige Landwirte – noch artenreiche, extensive Streuwien, die für den Kiebitz als Bruthabitat geeignet wären. Leider verlaufen gerade hier im südlichen Teil des Irschener Winkels auch einige Trampelpfade, die gerne von Spaziergängern mit Hunden genutzt werden. In der Brutzeit führt dies zu massiven Störungen, so dass hier kein Wiesenbrüter – zu denen die Kiebitze gehören – ungestört und erfolgreich brüten kann. Daher sollen diese Pfade in der Brutzeit von Anfang März bis Ende Juni gesperrt werden. Dirk Alfermann bittet um entsprechendes Verständnis in der Bevölkerung. Ende Februar, vor Beginn der Brutsaison, werden Hinweistafeln aufgestellt. Über die weiteren Entwicklungen berichtet der Gebietsbetreuer in einer der nächsten Ausgaben.
Die Gemeinde Bernau wird das Projekt aktiv begleiten und unterstützen. Hierzu liegt ein einstimmiger Gemeinderatsbeschluss vor. Mit vereinten Kräften sollte mehr Schutz für die Wiesenbrüter gelingen!

Dirk Alfermann, Gebietsbetreuer Chiemsee

Artenvielfalt in Bernau - Auf dem Hitzelsberg

Der Hitzelsberg konnte sich seit vielen Jahrzehnten extensiver Nutzung durch besondere geologische Gegebenheiten und einen hohen Reichtum an ökologischen Strukturen zu einem ganz besonderen und noch relativ großen zusammenhängenden Hotspot der Artenvielfalt in Bernau entwickeln. Insbesondere die Wiesen in Südhanglage sind durch magere und mehr oder weniger trockene Bereiche, die ganz unten auch feuchter werden, ein Paradies an vielen Gräsern und Blütenpflanzen, die wiederum einer Vielzahl an Insekten Nahrung und Lebensraum bieten.

Der Wald auf der Kuppe und an der Nordseite des Hitzelsbergs ergänzt das Angebot an Lebensräumen durch große und alte Bäume, die vielen Vögel, darunter etliche Greifvögel, als Bruthabitate und Nahrungsgrundlage dienen.

Diese Artenvielfalt soll hier in einer losen Folge von Berichten näher gebracht werden.

Die Vögel am Hitzelsberg: Der Grünspecht

Im Frühjahr hört man eine Vielzahl unterschiedlicher Vogelstimmen am Hitzelsberg. Charakteristisch ist der Grünspecht (Picus viridis), auch Gras- oder Erdspecht genannt, sowohl im Aussehen als auch in seinem Gesang: Ein lautes und schallendes Gelächter, das jeder wohl schon einmal gehört hat. Wie der Name schon sagt, hat der Grünspecht ein grün schillerndes Gefieder, dazu auf dem Kopf eine rote Kappe und eine schwarze Gesichtsmaske. Er ist der zweitgrößte heimische Specht, nach dem Schwarzspecht, mit einer Länge von 30 bis 36 cm und einer Spannweite von etwa 50 cm.

Der Lebensraum des Grünspechts sind halboffene Waldlandschaften, Grünland mit alten Bäumen, Streuobstwiesen. Als Nisthöhlen bezieht er verlassene Brut- und Überwinterungshöhlen anderer Spechte, oder er legt sich selbst eine Höhle an im weichen Holz von angefaulten Bäumen. Daher ist es wichtig, einen Anteil von Alt- und Totholz zu belassen, wo dies irgend möglich ist. Das kommt nicht nur dem Grünspecht, sondern allen Spechtarten und anderen Vögeln zugute.

Die erste Brutzeit beginnt im April/ Mai. Das Weibchen legt 5 bis 8 weiße Eier auf eine dünne Schicht von Holzspänen. Falls die Brut nicht zum Erfolg führt, kann sie ein bis zwei Mal wiederholt werden, bis in den August.
Seine Nahrung in Form von Ameisen sucht der Grünspecht hauptsächlich am Boden, aber auch unter der Rinde von alten Bäumen. Man sieht ihn daher oft in der Wiese umherlaufen, wo er allerdings mit seinem grünen Gefieder gut getarnt ist. Milde Winter kommen ihm entgegen, und bei ausreichendem Habitatangebot gehört der Grünspecht nicht zu den seltenen Arten. Gleichwohl wurde er 2003 in die Vorwarnstufe der Roten Liste in Bayern aufgenommen. Der Buntspecht ist um 10 mal häufiger.

Neben dem Grünspecht brütet auch der große und seltenere Schwarzspecht auf dem Hitzelsberg, natürlich auch der Buntspecht und der seltene Kleinspecht.   Pia Ostler, Quellen: NABU und Wikipedia

Störche, Herbst-Drehwurz und Hochwasser

Ein langer und heißer Sommer ist vorbei, der Herbst verspricht noch schöne und warme Tage. Anfang August gab es im Chiemgau und bei uns in Bernau ein dramatisches Hochwasser-Ereignis, das gezeigt hat, dass der Klimawandel uns Alle weltweit betrifft, wenn auch in unterschiedlicher Form. Und es hat gezeigt, dass Flächen nicht unbegrenzt bebaut und versiegelt werden dürfen, denn das Wasser braucht freie Wiesen und Auwälder, um versickern zu können. Die Weißstörche haben zur Freude aller Bernauer erfolgreich gebrütet und sind wohl schon nach Afrika gezogen, wir hoffen, dass sie im nächsten Jahr wieder den Weg zu uns finden. In der Nähe der Aschauer Straße wurde im August auch ein Schwarzstorch gesichtet, der sehr selten ist und auf Bäumen in größeren Waldgebieten mit naturnahen Fließgewässern brütet. Beide Storchenarten sind auf der Roten Liste in Bayern. Ende Juli fand die Jahreshauptversammlung des vor drei Jahren gegründeten Landschaftspflegeverbands (LPV) Rosenheim statt. Leider hatte sich der Gemeinderat seinerzeit gegen einen Beitritt Bernaus ausgesprochen. Die Ortsgruppe des BN ist allerdings Mitglied. Der LPV wirkt landkreisweit mit Naturschutzprojekten und Biotoppflegemaßnahmen für eine intakte Kulturlandschaft, er berät Landwirte und Kommunen. Die Landschaftspflege wird meist von den heimischen Landwirten selbst durchgeführt. Am Hitzelsberg-Südhang hat wieder die unscheinbare Orchidee Herbst-Drehwurz geblüht, eine seltene Art der Roten Liste. Auch sonst sind die Wiesen und Waldränder reich an Pflanzen- und Tierarten, insbesondere Insekten, was in Zeiten des Artensterbens nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Der BN hat deshalb eine Unterschutzstellung beantragt, um diese Wiesen dauerhaft zu bewahren. Leider wurde im August der Einsatz des Mückengiftes Bti durch den AUV beschlossen. Entgegen wiederholter Beteuerungen werden dadurch nicht nur Stechmücken, sondern auch 50% der Zuckmückenlarven abgetötet, die nicht stechen und eine wichtige Nahrungsgrundlage für Libellen, Vögel, Amphibien und Fische darstellen. Die Kreisgruppe und der Landesverband des BN gaben im September eine umfangreiche und fundierte Stellungnahme gegen den 6-spurigen Ausbau der A8 von Achenmühle bis zum Bernauer Berg ab. Stattdessen wird ein moderater Anbau von Standstreifen dort, wo es diese noch nicht gibt, unterstützt.

Kommunalwahl 2020

Podiumsdiskussion mit Bürgermeisterkandidaten

Unter dem Motto „Nachgefragt“ veranstaltete die Ortsgruppe Bernau des BUND Naturschutz (BN) eine Podiumsdiskussion mit Bernauer Bürgermeisterkandidaten. Leider nahmen nur die Bürgermeisterkandidaten Philipp Bernhofer, (Bernauer Liste) und Severin Ohlert, (Grüne/Bündnis 90) teil. Wegen vermuteter Parteinahme für Bürgermeister Bernhofer, der von 2011 bis 2014 Vorsitzender der Ortsgruppe Bernau war, lehnten die Kandidaten von CSU, SPD, FW/ÜWG und WMG eine Teilnahme ab. Unter anderem wurde kritisiert, dass im Vorfeld eine Terminklärung mit dem Bürgermeister erfolgte. Kasperczyk dazu: „eine Diskussionsrunde ohne Bürgermeister wäre sicher auch als parteilich ausgelegt worden“. 

Trotz der Abwesenheit der vier Kandidaten wurde die Veranstaltung durchgeführt, da bayernweit der BUND Naturschutz um Berücksichtigung von Natur- und Klimaschutz bei der Kommunalwahl 2020 warb. So sollen z. B. nach den Vorstellungen der bayerischen Staatsregierung das CO2-Äquivalent der Treibhausgasemissionen je Einwohner von 7,1 t bis 2030 bis unter 5 Tonnen gesenkt werden. Dies kann nur erreicht werden, wenn in jeder Gemeinde entsprechende Maßnahmen zum Klimaschutz erfolgen. 

Alle Kandidaten wurden vorab die 4 Fragen zu Natur-, Umwelt- und Klimaschutz in Bernau zugesandt.

Die erste Fragestellung betraf den kommunaler Klimaschutz:

Severin Ohlert möchte Energieeinsparung und Umstellung auf erneuerbare Energien vorantreiben, die Bauleitplanung stärker als bisher auf energetische Aspekte ausrichten, den ÖPNV fördern und den Individualverkehr reduzieren. Dabei kommt der Gemeinde mit ihren Gebäuden Vorbildcharakter zu. 

Philipp Bernhofer verwies auf die Einstellung des Klimaschutzmanager zusammen mit Aschau, die Gründung der Bürgerenergiegenossenschaft, die Sanierung von kommunalen Gebäuden und die Schaffung und Sicherung von Grünen Lungen wie den Alten Sportplatz. Diese Politik will er fortsetzen und verwies auf die bereits durchgeführten Sanierungen und an notwendige Sanierung des Haus des Gastes.

Die Diskussion zeigte schnell, dass die Gemeinde sich an das Baugesetzbuch halten muss und kann deshalb bei der Bauleitplanung meist nur empfehlen. Ein Bürger merkte an, dass kommunale Klimaschutzmaßnahmen mehrheitlich vom Gemeinderat beschlossen werden müssen.

Der zweite Themenkreis galt dem Artenschutz:

Bernhofer führte aus, dass seit 2014 eine schrittweise Umwandlung von Grünflächen in Blühwiesen im Gange ist und im Herbst 2019 ein Kiebitzschutzgebiet im Gemeinderat beschlossen wurde. Die Pflanzungen auf dem alten Sportplatz rückgängig zu machen und diesen stattdessen zu bebauen erteilte er eine Absage und meinte weiter: „man sollte auch mal Wildnis zulassen“.

Ohlert fordert Artenschutz durch eine pestizitfreie Gemeinde, verstärkten Insektenschutz durch Blühwiesen und weniger Lichtverschmutzung sowie eine Baumschutzverordnung. Nur mit einer Baumschutzverordnung können Bäume geschützt werden. Zu den ökologisch wertvollen Flächen am Hitzelsberg meinte er, dass diese durch eine möglichst geringe Bebauung geschützt werden müssen.
Das Stichwort „Hitzelsberg“ nutzte der Bürgermeister um zahlreiche Fragen zum Verkauf des Hitzelsbergs zu beantworten. Bernhofer: „Es gibt einen unterschriebenen Kaufvertrag zwischen dem Investor und der Gemeinde. Dieser Vertrag enthält Vereinbarungen, die alle erfüllt werden müssen, bevor der Eigentumsübergang durch Grundbucheintrag und Bezahlung erfolgen kann. Diese Punkte werden z.Zt. abgearbeitet.

In einem umfangreichen Diskussionsteil wurden von Ohlert, Bernhofer und Kasperczyk Fragen zum Vorkommen des Bibers, der Gehölzentnahme im Irschner Winkel, zum Kiebitzschutz mit dem Problem der freilaufenden Hunde, Silvesterfeuerwerksverbot im Irschner Winkel sowie zu den artenfeindlichen Steingärten beantwortet.

Dritte Frage: wie kann Bauen und Flächensparen in Einklang gebracht werden?

Beide Kandidaten waren sich einig, dass bezahlbarer Wohnraum für Einheimische geschaffen werden muss. Priorität hat dabei die Nutzung von leerstehenden Wohnungen, Sanierung, Nachverdichtung und höheres Bauen.

Ohlert führte dazu aus, dass neues Bauland immer durch die Hand der Gemeinde gehen muss, um entsprechend steuern zu können. Eine Vergabe sollte nur noch in Erbpacht erfolgen. 

Bernhofer sieht die größte Steuerungsmöglichkeit, wenn die Gemeinde als Bauherr auftritt. Auch möchte er dafür sorgen, dass bei Gewerbeansiedlungen möglichst viele Arbeitsplätze pro versiegelten Quadratmeter Fläche geschaffen werden.

Zu all diesen Vorstellungen meinte ein Bürger, erstmals sollte der Gemeinderat darüber befinden, wie groß Bernau werden soll. 

Ohlert merkte weiter an, dass die gepante Bebauung des Hitzelsbergs zusammen mit der Zufahrtsstraße einen erheblichen Flächenverbrauch und Eingriff und Natur darstellt. Die Nutzung der vorhanden Gebäude und einer geringen Neuversieglung würde er den Vorzug geben. Die ökologisch wertvollen Flächen sollten im Besitz der Gemeinde bleiben und durch öffentliche Gelder, z. B. Naturschutzfond mit finanziert werden. 

Bernhofer dagegen sieht in dem Verkauf des Hitzelsbergs einen geglückten Kompromiss zwischen Ökologie und Ökonomie: im Zuge des Verkaufs des Hitzelsbergs und dem Bau einer Zufahrtsstraße abzweigend von der B305 wird der Erhalt der wertvollen Flächen am Südhang gesichert. 

Der vierte Fragerunde zum Thema „Begrenzung des motorisierten Individualverkehr“ wurde wegen der fortgeschrittenen Uhrzeit nur noch gestreift. 

Ohlert hält eine touristische Nutzung des Bahnhofs mit Fahrradverleih und Standort der Touristinfo für sinnvoll. Die Parksituation am Bahnhof könnte durch ein zu begrünendes Parkdeck verbessert werden.

Bernhofer widersprach: „mehr Parkfläche bedeutet mehr Verkehr durch Bernau“. Besser wäre es, wenn die Bahnhöfe in Übersee und Bernau so vom ÖPNV bedient werden, dass die Pendler möglichst ohne Auto von und zur Arbeit kommen könnten.

Gegen 22:20 schloss Peter Kasperczyk die Veranstaltung mit Dank an die Bürgermeisterkandidaten und alle Besuchern. 

BUND Naturschutz in Bayern e. V. Ortsgruppe Bernau 

Blumen- und Insektenvielfalt am Hitzelsberg

Exkursion auf den Hitzelsberg am 4. Juni 2019

Etwa 25 Teilnehmer einer geführten Wanderung über den Hitzelsberg mit dem Bund Naturschutz konnten sich von dem Reichtum an Tier- und Pflanzenarten und der einmaligen Lage zwischen den Bergen und dem Chiemsee überzeugen. Einzig der allgegenwärtige Lärm von der Autobahn trübte an diesem Abend zum Beginn der Pfingstferien die ansonsten beschauliche Idylle.

Gleich zu Beginn konnte man die kleinen Erdlöcher der gelbbindigen Furchenbiene, einer der zahlreichen Wildbienenarten, bestaunen, die sich jedoch in der Abendsonne schon zurückgezogen hatten. 

An Pflanzen bot sich eine bunte Vielfalt, die Teilnehmer*innen zeigten sich sehr interessiert und übten sich im Bestimmen: Blaue Glockenblumen, gelber Klappertopf, lila Wiesenflockenblume, Schafgarbe, Samenstände des Wiesenbocksbart, blaue Witwenblume, violette Kuckuckslichtnelken, Zittergras, der niederliegende aromatisch duftende Thymian und der wilde Oregano. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass man solche Wiesen heutzutage suchen muss und dass sie einen großen Schatz darstellen. Der Grund für den Artenreichtum ist laut Pia Ostler von der Ortsgruppe des BN zum einen der Standort, vor allem aber die Art der Bewirtschaftung: Verzicht auf Düngung, höchstens zweimalige Mahd im Hochsommer und Herbst. So können sich auch seltene und geschützte Arten entwickeln wie diverse Orchideen oder die besondere Sommerwurz, die sich durch schmarotzende Lebensweise auszeichnet. Damit einhergehend ist auch ein großer Reichtum an Insekten wie (Wild-)Bienen, Heuschrecken, Schmetterlingen, Käfern und sogar Libellen. Auch davon konnten sich die Teilnehmer hör- und sichtbar überzeugen. Ein ständiges Zirpen und Summen kam von den Grillen im Gras und den Bienen und Hummeln auf den Blüten. An Schmetterlingen wurden u.a. der Distelfalter, Admiral, Kleiner Fuchs, verschiedene Bläulinge und der prächtige Schwalbenschwanz identifiziert.

Schließlich konnte man sogar einen Rotmilan hoch in der Luft beobachten, der auf den Wiesen Mäuse jagt und im angrenzenden Waldgebiet vielleicht sogar brütet. 

Natürlich war auch der geplante Hotelbau auf dem Hitzelsberg Thema der Exkursion. Zweifelsfrei wird dies einen schwerwiegenden Eingriff darstellen, und aus Sicht des Naturschutzes wäre ein Belassen der Flächen im jetzigen extensiven und unbebauten Zustand das Wünschenswerteste. Umso mehr setzt sich der Bund Naturschutz dafür ein, dass die Auswirkungen der Bebauung so gering wie möglich gehalten werden und der einzigartige ökologische Wert des Gebiets berücksichtigt wird. Dazu gehört auch, dass alle unbebauten Flächen weiterhin im Sinne des Artenreichtums gepflegt und erhalten werden und vor allem der Südhang, der im Besitz der Gemeinde bleiben soll, auf unbestimmte Zeit gesichert und niemals bebaut wird.

Nicht zuletzt sollen die Flächen auch für die Bevölkerung zugänglich bleiben, ohne jedoch weitere Wanderwege anzulegen. 

Distelfalter am Hitzelsberg, Foto: Michael Schekatz
Rotmilan am Hitzelsberg, Foto: Michael Schekatz
Sommerwurz, Foto: Michael Schekatz
Waldhyazinthe, Foto: Johanna Philipp

Bericht von der Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe Bernau 2019

Schutz der Wiesenbrüter im Irschener Winkel

Zunächst berichtete die Vorsitzende Pia Ostler über die Aktivitäten der Ortsgruppe des vergangenen Jahres. Im letzten Jahr habe man zwei Ausstellungen im Rathaus gezeigt, zu den Themen „Hummeln“ und „Lebensraum Garten“. Beim Umwelttag sei die Ortsgruppe mit einem Stand und einem Angebot für Kinder zum Basteln von Insekten-Nisthilfen dabei gewesen. Nicht zuletzt habe man sich auch beim Volksbegehren Artenvielfalt engagiert und so zu dem Erfolg von 20,4% Unterschriften in Bernau beigetragen. 

Im Ausblick auf das laufende Jahr verwies Ostler auf die offenen Stammtische, die an jedem zweiten Montag im Monat stattfinden. Außerdem bietet Gerhard Märkel von der Ortsgruppe Prien weiterhin die beliebten Natur- und Kulturspaziergänge in der näheren Umgebung an, die Termine werden jeweils im Bernauer und der Chiemgau-Zeitung angekündigt. Am 29. Juni werde es wieder den von Bund Naturschutz und Gewerbeverein organisierten Flohmarkt der Vereine geben. Ein besonderes Augenmerk gelte weiterhin dem Hitzelsberg, um sicher zu stellen, dass die wertvollen und außerordentlich artenreichen Wiesen auch nach dem Verkauf in ihrer hohen Wertigkeit soweit wie möglich erhalten werden. 

Hauptthema des Abends war jedoch der Irschener Winkel, wo man ebenfalls noch zahlreiche Tier- und Pflanzenarten vorfinden kann. Hierzu waren der Gebietsbetreuer Chiemsee, Dirk Alfermann, und Frau Manuela Müller von der Unteren Naturschutzbehörde gekommen. In Bildern und anschaulichen Erklärungen schilderte Alfermann die biologische Vielfalt auf den Feuchtflächen und Streuwiesen rund um die Mündung der Bernauer Ache in den Chiemsee. So habe man im Jahr 2018 zahlreiche Brutvogelarten gezählt, darunter die seltene Rohrweihe, Bekassine und viele Wasservögel. Andererseits seien seit ca 20 Jahren massive Rückgänge der Wiesenbrüter zu verzeichnen, manche Arten seien ganz verschwunden. Dazu gehören zum Beispiel der große Brachvogel, das Braunkehlchen, der Wiesenpieper und der Kiebitz. 

Die Ursachen für den Rückgang sind komplex, so Manuela Müller. Zu nennen seien die intensive Landwirtschaft, Entwässerung der Wiesen, Verbuschung, zu viele störende Einflüsse durch Spaziergänger und Hundehalter. Naturschutzprogramme böten eine Möglichkeit für die Landwirte, ihre Flächen naturnah zu bewirtschaften. Der Landkreis sei ebenfalls bemüht, Flächen für den Naturschutz zu kaufen und diese ökologisch aufzuwerten. Um Wiesenbrüter wie den Kiebitz wieder anzusiedeln und noch vorhandene Vogelarten zu schützen, sollen beispielsweise kleine flache Tümpel, sogenannte Seigen, geschaffen werden, in denen die Vögel ihre Nahrung finden. Feldgehölze sind für Wiesenbrüter oftmals negativ, da sie Deckung für Raubvögel bieten und deshalb von ihnen gemieden werden. Daher kann es manchmal notwendig sein, diese zu entfernen. 

Ein großer Störfaktor sind natürlich Spaziergänger, insbesondere solche mit Hund, die querfeldein gehen und ihren Hund frei laufen lassen. Diese schrecken, auch ohne böse Absicht, brütende Vögel auf, was zu Energieverlust und einem Verlassen des Nestes führt. Daher hat Frau Müller, wie sie erzählte, rund um die sensiblen Wanderwege Schilder aufgestellt, die über die Gefahren für die Vögel aufklären und die Hundehalter zu Rücksicht aufrufen sollen. Die Schilder sollen nach der Brutzeit Ende Juni wieder entfernt werden. 

Am Donnerstag, den 25. Juli, bietet Herr Alfermann eine Exkursion in den Irschener Winkel an, bei der er die Besonderheiten und den Artenreichtum vor Ort erklären wird. Treffpunkt ist um 17:30 Uhr vor der Klinik Medical Park, am Ende der Birkenallee. 

Am Ende der Veranstaltung fanden die Neuwahlen der Vorstandschaft statt. Für die nächsten vier Jahre wurde die alte Vorstandschaft in ihren Ämtern bestätigt: Pia Ostler (1. Vors.), Peter Kasperczyk (2. Vors.), Hubert Hesse (Schriftführer), Irmi Hofmann-Leitner (Kassiererin), Sepp Genghammer und Peter Hirschberger (Beisitzer). Als neue Beisitzerinnen wurden Karin Pichlbauer und Jutta Schekatz gewählt, zum Kassenprüfer Ludwig Wimmer (dieser war als Beisitzer ausgeschieden).

Erste ökologische Ausstellung im Bernauer Rathaus – Hummeln - Bienen im Pelz

Am Samstag, den 7. April 2018 wurde im Bernauer Rathausfoyer wieder eine Ausstellung auf Zeit eröffnet. Bürgermeister Philipp Bernhofer dankte in seiner Begrüßung dem BUND Ortsverband Bernau, mit dieser Ausstellung zum ersten Mal ein ökologisches Thema im Rathaus zu präsentieren. Die Wildbienen und Hummeln beschäftigen seit einigen Jahren die Gemeinde selbst, so wandle sie seit geraumer Zeit mehrere der häufig gemähten Freiflächen in Nutz- und Futterflächen für wildlebende Insektenarten um.

Ortsvorsitzende Pia Ostler war froh, dass es in Zusammenarbeit mit der BUND-Kreisgruppe Rosenheim und dessen Vorsitzendem Peter Kasperczyk gelungen sei, diese Ausstellung nach Bernau zu holen. Die Anlieferung der Schautafeln hätte zwar etwas Probleme bereitet, aber zusammen mit der Vorstandschaft und der Mithilfe der Gemeindebediensteten sei dann ein reibungsloser Aufbau möglich gewesen. Die Zeit der Präsentation sei geradezu ideal, da momentan die Gartensaison beginne und seit ein paar Tagen auch die ersten Hummeln nach Nistplätzen in den Gärten suchen würden. Vielleicht kann durch die erklärenden Texte und die Anschauungsobjekte der ein oder andere Gartenbesitzer diesen Insekten hilfreich zur Seite stehen. Sie dankte außerdem dem Klarinettenduo Almer-Schlemer für die musikalische Umrahmung der Eröffnung und leitete dann zur Referentin des Vormittags über.

In ihrem Kurzvortrag zum Thema Hummeln ging Ursula Fees, Umweltpädagogin und Gartenbauingenieurin in der Kreisgruppe des BUND Rosenheim, neben den Erkennungsmerkmalen und der Entwicklung eines Volkes im Jahreslauf besonders auf die Bedeutung der Wildbienen und hierbei vor allem der Hummeln ein. In Europa gäbe es derzeit neben der Honigbiene etwa 550 Wildbienenarten, zu denen die 41 Hummelarten gehören. Den Wert der Bestäubungsarbeit in der Landwirtschaft kann man jährlich mit etwa 14 Milliarden Euro beziffern. Bei der Tomatenzucht werden z.B. in vielen Gewächshäusern Hummeln als Bestäuber eingesetzt, um die Pflanzen zu befruchten. Leider seien aber durch die industrielle Landwirtschaft mit dem immensen Pestizideinsatz und der Zerstörung wichtiger Lebensräume viele Wildbienen- und Hummelarten vom Aussterben bedroht. Jeder könne aber dazu beitragen, den Fortbestand der Arten zu sichern, indem er etwa passende Nisthilfen zur Verfügung stellt oder ihnen pollenreiche, vorwiegend einheimische Blühpflanzen und Sträucher anbietet. Ein „g'schlamperter Garten“, in dem Vieles wachsen und blühen könne und auch mal etwas liegen bleiben darf, sei der beste Naturschutz. Wichtig sei auch darauf zu achten, dass keine Pestizide im Garten eingesetzt werden. Zum Abschluss wies Fees noch darauf hin, dass der BUND Naturschutz und das Institut für Biodiversitätsinformation (IfBI) eine bayernweite Mitmachaktion mit dem Titel „Wer brummt denn da?“ gestartet hat. Handyfotos (WhatsApp an das Hummeltelefon 0163/9631987 oder per Mail an hummelfund@ifbi.net) von den ersten Hummeln werden dabei von einem Expertenteam bestimmt und mit Informationen zu der jeweiligen Art beantwortet. Ziel hierbei ist es, herauszufinden, welche Hummeln in einer Region auftreten.

In einer anschließenden Diskussionsrunde wurde erwähnt, dass Landwirte durch Satellitenüberwachung förmlich gezwungen seien, ihre Grundstücke bis zur Grenze zu mähen, um nicht staatliche Fördermittel zu verlieren. Somit gingen viele Hecken- und Randbereiche verloren, die bisher Insekten und anderen Wildtieren als Nist- und Futterplätze dienten. Andererseits würden aber immer neue staatliche Schutzprogramme aufgestellt, die z.B. das Anlegen und die Pflege solcher Randstreifen fördern. „Das ist doch ein Witz!“, wie es ein Anwesender auf den Punkt brachte. Mit angeregten Gesprächen bei Häppchen und Getränken klang der Vormittag aus.

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Bund Naturschutz ist Gründungsmitglied im Landschaftspflegeverband

Am 09. November 2018 wurde in Bad Aibling der Landschaftspflegeverband (LPV) für den Landkreis Rosenheim gegründet, von denen es damit 60 in ganz Bayern gibt. Neben dem Landkreis, Vertretern von Landwirtschafts- und Naturschutzverbänden und 29 Gemeinden beschloss auch die Ortsgruppe des BN in Bernau, dem Verband beizutreten, und wurde bei der Gründungsversammlung vom zweiten Vorsitzenden und Vorsitzenden der Kreisgruppe, Peter Kasperczyk, vertreten. Damit hat die Ortsgruppe bei Entscheidungen des Verbands ein Stimmrecht und kann Beratung und Dienstleistungen in Sachen Landschaftspflege beanspruchen. Hierfür wird ein hauptamtlicher Geschäftsführer für den Verband tätig sein. 

Viele bayerische Landkreise haben bereits LPVs und machen damit gute Erfahrungen; so auch unser Nachbar-Landkreis Traunstein. Träger von Pflege- und Artenschutzmaßnahmen in den Gemeinden war bisher überwiegend der Landkreis, der die Arbeiten an örtliche Bauern oder den Maschinenring vergeben hat. Aufgrund veränderter Vorgaben muss der Landkreis jetzt jedoch eine Ausschreibung durchführen oder mindestens drei Angebote einholen. Dadurch wird der Verwaltungsaufwand für ihn zu groß. Der LPV unterliegt diesen Vorgaben nicht und kann die Arbeiten weiterhin an einen bewährten Landwirt oder den Maschinenring vergeben. 75 % der finanziellen Mittel, die über Förderprogramme generiert werden, kommen nach Auskunft der bayerischen Landeskoordinatorin im Deutschen Verband für Landschaftspflege direkt den Landwirten zugute. 

Gerade vor diesem Hintergrund ist es schwer zu verstehen, dass der Gemeinderat in Bernau mehrheitlich eine Mitgliedschaft im LPV abgelehnt hat. Denn mit den südlichen Chiemsee-Mooren und dem Irschener Winkel wären zum Beispiel große Flächen vorhanden, die von einer beratenden Tätigkeit des LPV profitieren würden. Hier wurde, vielleicht aufgrund von Fehlinformationen, eine Chance vergeben mit dem Argument, der Jahresbeitrag von 0,20 € je Einwohner sei zu teuer. Auch hätte die Gemeinde ein Stimmrecht im Verband gehabt und darüber auch Einfluss, z.B. auf die Auswahl eines Geschäftsführers oder einer Geschäftsführerin, nehmen können.

Aber vielleicht besinnt sich die Gemeinde Bernau eines Besseren und beschließt doch noch, dem Verband nachträglich beizutreten.

BUND NATURSCHUTZ KAUFT FLÄCHEN AM BÄRNSEE

Der Bärnsee in der Gemeinde Aschau ist mit seiner Moorlandschaft ein Kleinod des südlichen Chiemgaus. Die Kreisgruppe Rosenheim des BUND Naturschutz (BN) konnte nun dort Flächen kaufen, um die Natur und damit auch einen Teil unserer schönen Heimat langfristig zu erhalten.

Näheres auf der Seite der Kreisgruppe:

http://www.rosenheim.bund-naturschutz.de/aktuelles/artikel/bund-naturschutz-kauft-flaechen-am-baernsee.html

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Vortrag Flächenverbrauch

Vortrag Zukunftsfähige Energiepolitik

 

Wussten Sie das?

Rote Listen im länger: Welchen Anteil hat die Landwirtschaft?
"Kuckuck …?" Ruft’s nicht mehr. Rebhühner? Drastischer Schwund. Kiebitzbestände? Haben um die Hälfte abgenommen. Die früher weitverbreiteten Feldlerchen? Werden immer weniger. Dasselbe gilt für die Goldammern. Nach Angaben des Bundes Naturschutz in Bayern gelten heute in Europa 21 Prozent der Amphibien, 15 Prozent der Säugetiere und 13 Prozent der Vögel als stark gefährdet. 80 Prozent der Lebensräume sind nicht mehr intakt. Seit 1980 ist auf dem Gebiet der Europäischen Union demnach jeder zweite Vogel in der Agrarlandschaft verloren gegangen.

 

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