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Prien/Breitbrunn/Gstadt

Wasserburg am Inn

Willkommen bei der Ortsgruppe Bernau!

Vorsitz: Pia Ostler

Kontakt: bernau@bund-naturschutz.de

Tel.: 08051/ 9649859

Termine und Veranstaltungen

Stammtisch der Ortsgruppe

Wann? – Üblicherweise jeden 2. Montag im Monat um 19:30 Uhr.
Wo? – Pizzeria LA VELA, Aschauer Str. 22, 83233 Bernau.

Was? – Gelegentlich steht der Stammtisch unter einem bestimmten Thema.
Ankündigung im "Bernauer". Auch Nicht-Mitglieder sind herzlich willkommen. "Schnuppern" Sie doch mal rein.

Nächster Stammtisch:
Am Montag, den 20. April 2026 um 19:30 Uhr in der Pizzeria LA VELA, Aschauer Str. 22 in Bernau.

WANDERUNGEN

Donnerstag, 16. April

17:00 Uhr

Welcher Vogel singt denn da?
Vogelstimmenwanderung im Eichental
Treff: Prien, Parkplatz 1 an der Beilhackstraße

Dauer: ca. 2 – 3 Std.

Pflanzung eines Gedenkbaums für den Moorforscher Dr. Hans Schmeidl

Zum Gedenken an den Naturschützer und Moorforscher Dr. Hans Schmeidl, der am 11. April 1984 die BUND Naturschutz Ortsgruppe Bernau gegründet hat, pflanzen wir im Kurpark eine Winterlinde – das Symbol des BUND Naturschutz.

Zur musikalischen Umrahmung werden die Bernauer Alphornbläser spielen. 

Termin:  Sa 11. April 2026 14.00 - 15.30 Uhr

Treffpunkt: 14:00 Uhr am Rathaus in Bernau


Einladung zur Jahreshauptversammlung 2026 der BN-Ortsgruppe Bernau

Einladung zur Jahreshauptversammlung 2026 der BN-Ortsgruppe Bernau

Am Dienstag, den 14.04.26 um 19:30 Uhr
im Saal des Gasthofs Kampenwand, Aschauer Str. 12, 83233 Bernau

Folgende Themen sind Gegenstand der Jahreshauptversammlung:

• Begrüßung und Gedenken an verstorbene Mitglieder
• Vortrag Prof. Helmut Bielenski /Scientists for Future Traunstein: "Chiemgau - 3°C wärmer??"
• Jahresbericht der 1. Vorsitzenden
• Kassenbericht der Schatzmeisterin
• Entlastung des Vorstands
• Aussprache zu den Berichten
• Ausblick auf Aktivitäten 2026
• Diskussion, Anträge, Anregungen

Wir freuen uns auf zahlreichen Besuch, natürlich auch von Nichtmitgliedern.


Ausstellung "Chiemgau 3° wärmer???", 11.-17.04.2026

Ab dem 11. April wird eine absolut sehenswerte Ausstellung im Saal des Gasthofs Kampenwand gezeigt, die den Klimawandel thematisiert und von den Scientists for Future Traunstein konzipiert wurde: 

“Chiemgau 3° wärmer???”

Auf 10 großen Tafeln werden die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere nähere Umgebung anschaulich dargestellt.

Die Ausstellung ist vom 11. bis einschließlich 17.04. zu sehen und zwar täglich von 17 bis 20 Uhr.

https://traunstein.scientists4future.org


Diskussion zum Bürgerentscheid Hitzelsberg

Im November 2024 hat der Bürgerentscheid stattgefunden, in dem über die Zukunft des Hitzelsbergs entschieden wurde, und zwar, dass dieser von weiterer Bebauung freigehalten werden soll. Die Bürgermeisterin hat im Bernauer vom August Stellung zum weiteren Vorgehen der Gemeinde dazu bezogen. Sie betont darin, dass aktuell keine weiteren Planungen auf dem Hitzelsberg verfolgt werden. Vielen Bürger:innen ist vielleicht nicht klar, dass ein Bürgerentscheid in Bayern leider nur für ein Jahr Gültigkeit besitzt. Danach können sehr wohl neue Tatsachen geschaffen werden. Die Bernauer:innen haben aber mit ihrer Unterschrift zum Ausdruck gebracht, dass sie eine weitere Bebauung grundsätzlich ablehnen.

Was passiert nun, wenn, Ende November, die Bindungsfrist des Bürgerentscheids abgelaufen ist? Der Vorschlag, den Hitzelsberg auf Dauer zu sichern, indem dem Bund Naturschutz Bayern, vertreten durch die Ortsgruppe, eine Treuhänderschaft übertragen wird, wurde im Gemeinderat abgelehnt.

Die Bürgermeisterin argumentiert, dass durch diese sogenannte Grunddienstbarkeit nachfolgende Generationen oder Gemeinderats-Gremien zu sehr eingeschränkt würden, was nicht zulässig sei. Wenn man dieser Logik folgt, muss man allerdings auch feststellen, dass durch den Erlass von Bebauungsplänen und die daraus resultierende Bebauung von Flächen den nachfolgenden Gremien erst recht kein Handlungsspielraum mehr zur Verfügung steht.

Es ist wahr, dass das Landratsamt derzeit die Ausweisung als geschützter Landschaftsbestandteil prüft. Allerdings wissen wir noch nicht, in welchen Grenzen dieses Schutzgebiet ausgewiesen werden soll, und es besteht die Gefahr, dass zu viel Rücksicht auf die Interessen der Grundstückseigentümer genommen wird. Die Gemeinde sollte wirklich den Bürgerwillen ernst nehmen und Vorschläge machen, wie die Freihaltung des Hitzelsbergs dauerhaft gewährleistet werden kann.

P.O.


Ferienprogramm BN Bernau 2025 in der Kendlmühlfilzn

Am 22. August fanden sich fünf Kinder ein, um gemeinsam mit den beiden Betreuerinnen nach Rottau zur Kendlmühlfilzn zu radeln. Dort nahm uns die Leiterin des Museums Klaushäusl auf eine spannende Tour durch das Moor mit, auf der wir den vom Regen des Vortags vollgesogenen Moorboden unter den Füßen spüren konnten. Wir lernten die bunten Torfmoose und den Insekten-fressenden Sonnentau kennen (Foto) sowie ihre Strategien, im Moor zu überleben. Mit einem kühlen Fußbad im Kneippbecken klang der Nachmittag aus.

P.O.


Baumfällungen und Hitzelsberg - März 2025

Stillstand am Hitzelsberg

Der Hitzelsberg ist weiterhin ein wichtiges Anliegen des BN. Durch den positiv beschiedenen Bürgerentscheid vom 24. November '24 ist die Gemeinde verpflichtet, dafür zu sorgen, dass auch in Zukunft keine Bebauung des Gebiets stattfindet und die hohe ökologische Wertigkeit erhalten bleibt. Allerdings vermisst man Bemühungen oder Aussagen der Bürgermeisterin in dieser Richtung. Die Ausweisung als Geschützter Landschaftsbestandteil, vom BN vor fünf Jahren beantragt und vom Landratsamt bereits zugesagt, kommt nicht so recht voran. Seit 2021 gibt es bereits eine Verordnung, seitdem warten wir auf deren Inkrafttreten. Auch die Stellungnahmen der „Träger öffentlicher Belange“ zum Chaletdorf wurden bisher weder dem Gemeinderat noch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dabei gibt es berechtigte Zweifel daran, ob die Planungen wirklich im besten Einvernehmen mit den Behörden erfolgt waren, wie immer vom Investor beteuert wurde. Die Mehrheit der Gemeinderäte scheint das aber nicht zu interessieren. 

Baumfällungen am Seeufer

Im Februar wurde der BN von erschrockenen Bürger:innen über die umfangreichen Baumfällungen am Seeufer und an der Birkenallee informiert. Daraufhin wendeten wir uns an die Gemeinde mit der Bitte um eine Erklärung, warum die Fällungen so massiv ausgefallen waren. Bei einem Ortstermin mit dem Gärtner und Baumgutachter der Gemeinde, dem Bauhofleiter und der Bürgermeisterin wurde uns erklärt, warum die Weiden, Pappeln und Eschen der Motorsäge zum Opfer gefallen waren. Da sie im Geltungsbereich der Chiemsee-Schutzverordnung gestanden hatten, hätte eigentlich eine Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde (UNB) eingeholt werden müssen. Durch die Argumentation der „Verkehrssicherungspflicht“ konnte diese jedoch umgangen werden. Leider nimmt in der heutigen Zeit immer mehr die Mentalität überhand, Haftung und Eigenverantwortung auf Dritte (in diesem Fall auf die Gemeinde) abzuwälzen. Dies führt teilweise zu absurden und überzogenen Vorsichtsmaßnahmen. Man sicherte uns zu, dass die noch stehenden Bäume nicht mehr gefährdet seien (Fällungen und Rückschnitte sind ohnehin nur bis zum 28.02. erlaubt), und dass ab dem Herbst 2025 bei Baumarbeiten im Bereich der Chiemsee-Schutzverordnung die UNB im voraus miteinbezogen werde.


Schutz des Hitzelsbergs auf Dauer sicherstellen

Die Entscheidung über den Hitzelsberg ist gefallen. Der BN bedankt sich bei allen Wählerinnen und Wählern, die der Natur den Vorzug vor einem Chaletdorf gegeben haben, das große Umwälzungen und massive Zerstörungen auf dem Berg bedeutet hätte. Er darf nun, nach dem Bürgerwillen, vorerst nicht weiter bebaut werden. Dazu zählt, neben dem Gebiet des Bebauungsplans, auch der gesamte Südhang bis zur Engelländer Straße und eine (ehemals) artenreiche Feuchtwiese südlich davon. Diese beherbergte unter anderem eine nach EU-Naturschutzrecht geschützte Tier-Pflanzengemeinschaft von Großem Wiesenknopf, schwarzer Knotenameise und dunklem Wiesenknopf-Ameisen-Bläuling. Durch (absichtlich) unsachgemäße Pflege ist die Fläche verbuscht und artenärmer geworden. Aber sie hat durch ihre Hangquellen noch das Potenzial, sich zu einer artenreichen Streuwiese zurück zu entwickeln. Nun liegt es am Landratsamt, den Hitzelsberg endlich unter den ihm zustehenden Schutz zu stellen, als Geschützten Landschaftsbestandteil nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz. Den Antrag darauf hat der Bund Naturschutz in Rosenheim schon vor fast 4 Jahren gestellt. Aus fachlicher Sicht gibt es keine Einwände dagegen, es fehlte bisher lediglich die Gebietsabgrenzung. Man wollte die Baupläne der Gemeinde nicht behindern und hat deshalb abgewartet. Nun ist die Unterschutzstellung endlich möglich und kann in die Wege geleitet werden.

Für andere Bauvorhaben, wie sie allenthalben um den Chiemsee aus dem Boden schießen, zum Beispiel die völlig überzogene Planung der VR-Banken beim Hotel Malerwinkel in Seebruck, ist der Erfolg des Bernauer Bürgerentscheids ein positives Signal, dass die Bürger:innen mit ihrem Engagement für Natur und Landschaft etwas bewirken können. 

Die Ortsgruppe des Bund Naturschutz wünscht allen Bernauerinnen und Bernauern ein zufriedenes und frohes Weihnachtsfest und Mut und Zuversicht für das neue Jahr! 

P.O.


Bürgerentscheid über den Hitzelsberg

Am 24.11. dürfen nun die Bürgerinnen und Bürger über die Zukunft des Hitzelsbergs entscheiden. Ein Chaletdorf mit ausufernder Bebauung für reiche Touristen, Verkehr und Trubel, oder naturnahe Wiesen und Waldränder mit einer reichen Flora und Fauna? Aufgrund des Artenreichtums hat das Landratsamt bereits vor Jahren der Ausweisung als geschützter Landschaftsbestandteil nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz zugestimmt. Wir warten seitdem darauf, dass die entsprechende Verordnung in Kraft tritt, nur fehlt dazu noch die Gebietsabgrenzung. Man will dem Investor bzw. der Gemeinde nichts in den Weg legen, es entscheidet hier nicht der objektive ökologische Wert des Hitzelsbergs, sondern die Interessen derer, die ihn bebauen wollen.

Um allerdings, wie vom BN und der Naturschutzbehörde gefordert, die Wertigkeit der Wiesen zu erhalten, müssten sie so bewirtschaftet werden, wie das zuvor jahrzehntelang der Fall war, durch höchstens zweimalige Mahd und Unterlassen von Düngung. Dafür müssen die Eigentümer sorgen, die Firma Herecon und für den Südhang die Gemeinde. Ein Pflegekonzept, das der BN vor ein paar Jahren erstellt und den Verantwortlichen übergeben hat, wird leider nur in Teilen eingehalten.

Bereits vor dem 24.11., mit dem Erhalt der Wahlunterlagen, können sich die Bürger per Briefwahl entscheiden, ob der Hitzelsberg von Bebauung frei bleiben soll. Bitte gehen Sie doch einmal hinauf (Herecon hat den freien Zugang zugesichert) und machen Sie sich selbst ein Bild von dieser Landschaft, von den Wiesen und den Ausblicken auf Berge und See. Und entscheiden Sie dann, ob dort ein riesiges Tourismusprojekt mit allein 180 Stellplätzen für Fahrzeuge (Tiefgarage und oberirdisch), Restaurants, Wellness etc. und dem dazugehörigen Rummel hineinpasst. Oder ob wir hier einmal der Natur den Vorrang geben und dieses Kleinod für uns und zukünftige Generationen bewahren.

P.O.


LKW-Unfälle auf der Autobahn

Immer wieder passieren schwere LKW-Unfälle am Bernauer Berg, die das Auslaufen von mehreren hundert bis tausend Litern Öl oder Diesel zur Folge haben. Dadurch werden das Moosbachtal (kartiertes Biotop), der Moosbach selbst und der Irschener Winkel massiv bedroht. Deshalb hat sich die BN Ortsgruppe an Verantwortliche und Politiker gewandt, um hier endlich eine Lösung zu finden und die wertvollen Lebensräume zu schützen. Sie hat Briefe bzw. E-Mails an die bayerischen Minister Hermann und Glauber und an die Autobahn GmbH geschrieben. Die Antwort war, dass bereits Abhilfemaßnahmen in Form von Fertigschächten in Planung sind. Mit ihnen kann kurzfristig und unabhängig von dem geplanten Vollausbau der A8 erreicht werden, dass Öl und andere Schadstoffe zurückgehalten und sachgemäß entsorgt werden können. Allein die Finanzierung dafür steht auf wackeligen Beinen. So werden wir uns weiterhin mit Vehemenz dafür einsetzen, dass diese dringend nötige Maßnahme auch finanziert wird, und sind bereits in Dialog getreten mit dem Bundesverkehrsministerium und den Bundestagsabgeordneten in unserer Region. Und wir befürworten natürlich auch Maßnahmen, die helfen, solche Unfälle von vorneherein zu verhindern, und die bereits von der Polizei angedacht werden, wie eine weitere Reduzierung der zulässigen Geschwindigkeit und eine strikte Überwachung derselben.

P.O.


Filzn-Wanderung

Auf den Spuren des keltischen Bohlenwegs und des Torfabbaus in der Rottauer Filze Bei strahlendem Sonnenschein und großer Hitze machte sich eine Gruppe von knapp 20 Interessierten Ende Juli auf den Weg in die Rottauer und Hacken-Filze. Unter Leitung von Forstexperte Peter Hirschberger wurden urtümliche Moorwälder, die (versunkenen) Reste des prähistorischen Bohlenwegs und die ehemaligen Torfabbaufelder erkundet. Erfrischendes Ziel der Wanderung war schließlich die schön gelegene Kneipp-Anlage in Rottau.

P.O.


Störche, Herbst-Drehwurz und Hochwasser

Ein langer und heißer Sommer ist vorbei, der Herbst verspricht noch schöne und warme Tage. Anfang August gab es im Chiemgau und bei uns in Bernau ein dramatisches Hochwasser-Ereignis, das gezeigt hat, dass der Klimawandel uns Alle weltweit betrifft, wenn auch in unterschiedlicher Form. Und es hat gezeigt, dass Flächen nicht unbegrenzt bebaut und versiegelt werden dürfen, denn das Wasser braucht freie Wiesen und Auwälder, um versickern zu können. Die Weißstörche haben zur Freude aller Bernauer erfolgreich gebrütet und sind wohl schon nach Afrika gezogen, wir hoffen, dass sie im nächsten Jahr wieder den Weg zu uns finden. In der Nähe der Aschauer Straße wurde im August auch ein Schwarzstorch gesichtet, der sehr selten ist und auf Bäumen in größeren Waldgebieten mit naturnahen Fließgewässern brütet. Beide Storchenarten sind auf der Roten Liste in Bayern. Ende Juli fand die Jahreshauptversammlung des vor drei Jahren gegründeten Landschaftspflegeverbands (LPV) Rosenheim statt. Leider hatte sich der Gemeinderat seinerzeit gegen einen Beitritt Bernaus ausgesprochen. Die Ortsgruppe des BN ist allerdings Mitglied. Der LPV wirkt landkreisweit mit Naturschutzprojekten und Biotoppflegemaßnahmen für eine intakte Kulturlandschaft, er berät Landwirte und Kommunen. Die Landschaftspflege wird meist von den heimischen Landwirten selbst durchgeführt. Am Hitzelsberg-Südhang hat wieder die unscheinbare Orchidee Herbst-Drehwurz geblüht, eine seltene Art der Roten Liste. Auch sonst sind die Wiesen und Waldränder reich an Pflanzen- und Tierarten, insbesondere Insekten, was in Zeiten des Artensterbens nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Der BN hat deshalb eine Unterschutzstellung beantragt, um diese Wiesen dauerhaft zu bewahren. Leider wurde im August der Einsatz des Mückengiftes Bti durch den AUV beschlossen. Entgegen wiederholter Beteuerungen werden dadurch nicht nur Stechmücken, sondern auch 50% der Zuckmückenlarven abgetötet, die nicht stechen und eine wichtige Nahrungsgrundlage für Libellen, Vögel, Amphibien und Fische darstellen. Die Kreisgruppe und der Landesverband des BN gaben im September eine umfangreiche und fundierte Stellungnahme gegen den 6-spurigen Ausbau der A8 von Achenmühle bis zum Bernauer Berg ab. Stattdessen wird ein moderater Anbau von Standstreifen dort, wo es diese noch nicht gibt, unterstützt.


Blumen- und Insektenvielfalt am Hitzelsberg

Exkursion auf den Hitzelsberg am 4. Juni 2019

Etwa 25 Teilnehmer einer geführten Wanderung über den Hitzelsberg mit dem Bund Naturschutz konnten sich von dem Reichtum an Tier- und Pflanzenarten und der einmaligen Lage zwischen den Bergen und dem Chiemsee überzeugen. Einzig der allgegenwärtige Lärm von der Autobahn trübte an diesem Abend zum Beginn der Pfingstferien die ansonsten beschauliche Idylle.

Gleich zu Beginn konnte man die kleinen Erdlöcher der gelbbindigen Furchenbiene, einer der zahlreichen Wildbienenarten, bestaunen, die sich jedoch in der Abendsonne schon zurückgezogen hatten. 

An Pflanzen bot sich eine bunte Vielfalt, die Teilnehmer*innen zeigten sich sehr interessiert und übten sich im Bestimmen: Blaue Glockenblumen, gelber Klappertopf, lila Wiesenflockenblume, Schafgarbe, Samenstände des Wiesenbocksbart, blaue Witwenblume, violette Kuckuckslichtnelken, Zittergras, der niederliegende aromatisch duftende Thymian und der wilde Oregano. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass man solche Wiesen heutzutage suchen muss und dass sie einen großen Schatz darstellen. Der Grund für den Artenreichtum ist laut Pia Ostler von der Ortsgruppe des BN zum einen der Standort, vor allem aber die Art der Bewirtschaftung: Verzicht auf Düngung, höchstens zweimalige Mahd im Hochsommer und Herbst. So können sich auch seltene und geschützte Arten entwickeln wie diverse Orchideen oder die besondere Sommerwurz, die sich durch schmarotzende Lebensweise auszeichnet. Damit einhergehend ist auch ein großer Reichtum an Insekten wie (Wild-)Bienen, Heuschrecken, Schmetterlingen, Käfern und sogar Libellen. Auch davon konnten sich die Teilnehmer hör- und sichtbar überzeugen. Ein ständiges Zirpen und Summen kam von den Grillen im Gras und den Bienen und Hummeln auf den Blüten. An Schmetterlingen wurden u.a. der Distelfalter, Admiral, Kleiner Fuchs, verschiedene Bläulinge und der prächtige Schwalbenschwanz identifiziert.

Schließlich konnte man sogar einen Rotmilan hoch in der Luft beobachten, der auf den Wiesen Mäuse jagt und im angrenzenden Waldgebiet vielleicht sogar brütet. 

Natürlich war auch der geplante Hotelbau auf dem Hitzelsberg Thema der Exkursion. Zweifelsfrei wird dies einen schwerwiegenden Eingriff darstellen, und aus Sicht des Naturschutzes wäre ein Belassen der Flächen im jetzigen extensiven und unbebauten Zustand das Wünschenswerteste. Umso mehr setzt sich der Bund Naturschutz dafür ein, dass die Auswirkungen der Bebauung so gering wie möglich gehalten werden und der einzigartige ökologische Wert des Gebiets berücksichtigt wird. Dazu gehört auch, dass alle unbebauten Flächen weiterhin im Sinne des Artenreichtums gepflegt und erhalten werden und vor allem der Südhang, der im Besitz der Gemeinde bleiben soll, auf unbestimmte Zeit gesichert und niemals bebaut wird.

Nicht zuletzt sollen die Flächen auch für die Bevölkerung zugänglich bleiben, ohne jedoch weitere Wanderwege anzulegen.