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Schneller, billiger und nachhaltiger: Alternative zum Brenner-Nordzulauf der DB

Rosenheim, 28.11.2023: Auf einer Pressekonferenz in Rosenheim stellten Bürgerinitiativen und BUND Naturschutz ihr Alternativkonzept zur geplanten Neubaustrecke der Bahn für den Brenner-Nordzulauf vor. Das dreistufige Konzept kommt weitgehend mit den Bestandsstrecken aus und hat in zeitlicher, finanzieller und ökologischer Hinsicht wesentliche Vorteile. Es soll zur Parlamentarischen Befassung des Bundestags mit dem Thema eingereicht werden.

04.12.2023

Die drei Stufen des Alternativkonzepts sehen Folgendes vor:

  • Stufe 1:
    Beschleunigte Realisierung des teilweise schon im Bau befindlichen Projektes ABS 38 München–Mühldorf–Freilassing (–Salzburg) zur Entlastung des Abschnitts München–Rosenheim;
    Optimierung der Bestandsstrecken Grafing–Rosenheim und Rosenheim–Kufstein durch moderne Leit- und Sicherungstechnik (ETCS), zusätzliche Überholgleise, Beseitigung höhengleicher Bahnübergänge, Schall-/Emissions-Schutz nach Neubaustandards.
  • Stufe 2:
    Ertüchtigung des Knotens Bahnhof Rosenheim durch höhenfreie (Durch-)Fahrmöglichkeiten für den Güterverkehr, z. B. in Form eines gut 5 km langen reinen Güterzugtunnels.
  • Stufe 3:
    Ertüchtigung der eingleisigen Regionalstrecken Rosenheim–Mühldorf und Mühldorf–Landshut z. B. durch Elektrifizierung, dadurch auch besserer ÖPNV.

Stufe 2 und 3 können abhängig von der Verkehrsentwicklung bedarfsgerecht realisiert werden.

Gegenüber der geplanten Neubaustrecke der Bahn hat das Konzept folgende Vorteile:

  • Die Bestandsstrecke kann den Mehrverkehr schon ab der geplanten Eröffnung des Brenner-Basistunnels 2032 abwickeln.
  • Das Alternativkonzept spart enorme Summen: Es kostet insgesamt nur etwa ein Viertel der Bahn-Lösung, die auf ca. zehn Milliarden Euro kommen soll.
  • Die Schäden für Natur, Umwelt, Landwirtschaft, Anwohner und Tourismus sind deutlich geringer. Gleiches gilt für die CO2-Belastung während der Bau- und Betriebsphase, auch durch die frühzeitigere Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene.
    Im Gegensatz zur Planung der Bahn wird die Strecke Grafing–München und der Bahnknoten München nicht überlastet; Rosenheim wird nicht vom Personenfernverkehr nach Süden abgekoppelt.

Das Konzeptpapier macht auch darauf aufmerksam, dass neue Kapazitäten auf der Schiene allein den steigenden Lkw-Transitverkehr nicht drosseln werden. Vielmehr sind wirksame Maßnahmen zur Verkehrsvermeidung und -verlagerung nötig.


Links:

Download des Alternativkonzepts
https://rosenheim.bund-naturschutz.de/fileadmin/kreisgruppen/rosenheim/bilder/Kreis/BBT/Alternativvariante_rev0_9_final.pdf

Stellungnahme von Bundesbahndirektor a. D. Müller zur Kritik der DB am Alternativkonzept
https://rosenheim.bund-naturschutz.de/fileadmin/kreisgruppen/rosenheim/bilder/Kreis/BBT/231220ZurDbKritikAmAlternativkonzept_Mueller.pdf

OVB am 29.11.2023: Brenner-Nordzulauf: Rosenheimer Trassengegner stellen Bahn vor Alternative – So sieht sie aus
https://www.ovb-online.de/rosenheim/landkreis/brenner-nordzulauf-billiger-und-besser-das-wollen-trassengegner-92700251.html

SZ am 28.11.2023: "Schneller, billiger und nachhaltiger"
https://www.sueddeutsche.de/bayern/bahn-rosenheim-buergerinitiativen-mit-vorschlag-fuer-inntal-bahnausbau-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-231128-99-103445

Merkur.de: Bahn plant Mega-Tunnel in Bayern: „Wir bauen den längsten Güterzugtunnel Deutschlands“
https://www.merkur.de/bayern/nuernberg/deutschlands-bahn-plant-mega-tunnel-in-bayern-wir-bauen-den-laengsten-gueterzugtunnel-92672313.html