Rosenheim und der Regenwald

 

Wie können wir dem Regenwald helfen?

Der Regenwald hat immense Bedeutung für Artenvielfalt, Klimaschutz und Wasserhaushalt; er ist aber auch Lebensgrundlage für indigene Völker mit Jahrhunderte alter Kultur. All dies und damit letztlich unsere Zukunft ist gefährdet durch die Waldrodung, die anschließende Anlage von Plantagen und Viehweiden, die Ausbeutung von Bodenschätzen, den Bau von Staudämmen, Straßen und neuen Siedlungen. Die wachsende Bevölkerung, Kriminalität und Korruption verstärken die Probleme.

Aber jeder von uns kann etwas für den Schutz des Regenwaldes tun!

Palmölprodukte ersetzen

Palmöl ist das billigste und meistverwendete Pflanzenöl. Da es ausschließlich in den feuchten Tropen wächst, wird dort der Regenwald für riesige Monokulturen gerodet - bisher hauptsächlich in Südostasien, zunehmend aber auch in Südamerika und Afrika. Der "Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl" ist zum allergrößten Teil mit Industrievertretern besetzt und hat in über 10 Jahren nicht für eine umwelt- und sozialverträgliche Produktion sorgen können.

Solange diese nicht gegeben ist, sollte man Palmöl-Produkte nach Möglichkeit meiden! Das Öl ist in etwa der Hälfte aller Supermarkt-Produkte enthalten, aber auch als Beimischung in Diesel- und E10-Kraftstoff. Mittlerweile muss Palmöl in Lebensmitteln deklariert werden. Produkte mit heimischen Ölen bieten hier eine Alternative; bei selbst zubereiteten Speisen mit frischen Zutaten stellt sich das Problem gar nicht. Schwieriger ist die Vermeidung von Palmöl z. B. bei Waschmitteln, Reinigungsmitteln und Kosmetika. Listen im Internet helfen weiter.

Alternativen zu Palmöl sind manchmal problematisch: Auch für Erdöl wird Regenwald abgeholzt!

Weitere Informationen zum Thema Palmöl:

Grüne Wüsten: Palmöl zerstört den Regenwald (BUND)

RSPO-Siegel (Rettet den Regenwald)

Produkte mit Palmöl meiden – neue Kennzeichnungspflicht tritt in Kraft (BUND)

Produkte ohne Palmöl (UMWELTBLICK)

Agrosprit – kaum Klimaschutz (BUND)

Beimischungsquote von Agrokraftstoff fördert Waldzerstörung und Landraub (BUND)


Konsum von Tierprodukten ändern

Der große Appetit auf Fleisch und andere Tierprodukte ist eine Hauptursache für die Zerstörung des Regenwaldes in Südamerika. Dort grasen dann einerseits riesige Rinderherden. Andererseits wird Soja als Futtermittel für die Landwirtschaft angebaut, größtenteils gentechnisch verändert und mit Glyphosat gespritzt, das mittlerweile sogar als krebserregend gilt. Seit der BSE-Krise ist dieses Soja auch bei uns die erste Wahl als eiweißreiches Futtermittel für die konventionelle Landwirtschaft.

Eine Änderung unseres Ernährungs- und Einkaufsverhaltens scheint überfällig: Der hohe Konsum an Fleisch und anderen Produkten aus Massentierhaltung ist nicht nur für den Regenwald und seine Bewohner schlecht, sondern auch für unsere Gesundheit und die der Tiere. Wenn es schon Tierprodukte sein müssen, dann bitte aus artgerechter Haltung von regionalen Biobetrieben - das schont nicht nur die Regenwälder!

Weitere Informationen zum Thema Tierprodukte:

Fleischatlas 2013 (Heinrich-Böll-Stiftung, BUND und Le Monde)

Vergiftetes Land – die Folgen des Soja-Anbaus (BUND)

Bio-Einkaufsführer der BN-Kreisgruppe Rosenheim

Kein Tropenholz kaufen

Tropenholz gilt als besonders haltbar. Es ist auch relativ billig, weil es größtenteils nicht nachhaltig angebaut wird; die meisten Zertifikate sind reiner Etikettenschwindel. Selbst die "besseren" Siegel wie FSC fördern die industrielle Waldbewirtschaftung. Es gibt keine wirksamen Kontrollen.

Dafür aber Alternativen: Für den beheizten Innenbereich sind grundsätzlich alle einheimischen Hölzer geeignet. Im Außenbereich kann man auf konstruktiven Holzschutz und besonders dauerhafte Holzarten aus unseren Wäldern setzen. Auch Grillkohle sollte von dort kommen!

Weitere Informationen zum Thema Tropenholz:

Lebendige Wälder: schützen und zulassen (BUND)

Tropenholz und FSC-Siegel (Rettet den Regenwald)

Holzratgeber (Rettet den Regenwald)

Die richtige Grillkohle (Bayerischer Rundfunk)

Papier sparen

Tropenholz ist auch für Papier ein billiger Rohstoff, und auch hier kann das FSC-Siegel nicht für Nachhaltigkeit sorgen. Deutschland hat mittlerweile den höchsten Papierverbrauch auf der Welt pro Kopf und Jahr. Größter Lieferant ist Brasilien, wo heute monotone Eukalyptus-Plantagen an Stelle artenreicher Küsten-Regenwälder stehen.

Den Bedarf verringern kann man z. B. durch Ablehnung unerwünschter Werbung, durch papierlose elektronische Kommunikation und Datenspeicherung, durch Alternativen zu Hygienepapier. Recycling-Papier mit dem Blauen Engel schont nicht nur die Wälder, sondern vermindert auch den Energie- und Wasserverbrauch und schützt vor giftigen Chemikalien.

Weitere Informationen zum Thema Papier:

Kritischer Papierbericht 2013 (Forum Ökologie & Papier und Ökopol im Auftrag des UBA)

Weg aus der Papierkrise (Pro Regenwald)

Weitere Informationen

Flyer "Wie können wir dem Regenwald helfen?" der BN-Kreisgruppe Rosenheim zum Download

Bericht in den Samerberger Nachrichten zum "Rettet-den-Regenwald-Tag" am 22.5.2015 in Rosenheim

Bericht auf rosenheim24.de zur Diskussionsrunde "Wie retten wir den Regenwald" am 7.5.2015 in Rosenheim

Auszüge aus der Diskussionsrunde "Wie retten wir den Regenwald?" am 7.5.2015 in Rosenheim, gesendet am 24.5. in BR5 aktuell