Ortsgruppe mit verkleinerter Vorstandschaft
Am Dienstag, den 25.11.25 fand im Gasthaus Unterwirt in Eggstätt die Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Bad Endorf / Eggstätt statt. Im Tätigkeitsbericht haben mehrere Vorstände und Aktive der Ortsgruppe über die zahlreichen Aktivitäten im Bereich Kindergruppe „Naturdetektive“, Amphibiengruppe, Rückblick auf die Baum-Aktions-Wochen 2024 und viele andere Aktivitäten berichtet.
Hervorgehoben wurden zwei Spendenaktionen zur Finanzierung eines Jubiläumsbaums jeweils zum Andenken an das 1100-Jahre Jubiläum in Eggstätt und Bad Endorf, wobei die Aktion in Eggstätt bereits erfolgreich mit der Pflanzung einer stattlichen Traubeneiche am Hartseegelände abgeschlossen wurde. In Bad Endorf wurde bereits ein geeigneter Standort für die geplante Pflanzung einer Winterlinde gefunden und vom Gemeinderat gebilligt, der Spendenaufruf zur Finanzierung des Baumes wird in Kürze gestartet.
Bei der anschließenden Neuwahl des Vorstandes, bei der der 1. Vorstand der Kreisgruppe, Rainer Auer, das Amt des Wahlvorstands übernahm, wurde der bisherige 1. Vorsitzende, Matthias Ruh, wiedergewählt. Als zweite Vorsitzende wurde Sarah Reindl, eine junge Biologin (MSc) aus Hemhof, gewählt und der bisherige zweite Vorsitzende, Dr. Erwin Rupprecht, wird in der Vorstandschaft künftig als Beisitzer mitwirken.
Im anschließenden Vortrag von Jonas Garschhammer, dem Biodiversitätsbeauftragten am Landratsamt Rosenheim, wurde zunächst eindrücklich dargelegt, wie sehr die Artenvielfalt von landwirtschaftlich genutzten Grünlandflächen durch die ursprüngliche, traditionelle Landwirtschaft profitiert hat und unser romantisches Bild einer intakten Kulturlandschaft, wie sie vielfach in der Landschaftsmalerei dargestellt wurde, geprägt hat.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass mittlerweile aufgrund Intensivierung der Grünlandnutzung u.a. durch Melioration, Düngung, Mahdhäufigkeit und Entwässerung es zu einer Vereinheitlichung der Standortbedingungen kam und artenreiche Salbei-Glatthafer-Wiesen nur noch auf 3% der Grünlandflächen zu finden sind, in einigen Gemeinden des Landkreises, sogar auf weniger als 1% und viele der ursprünglich dort vorkommenden Insektenarten (z.B. die Knautien-Sandbiene), mittlerweile vom Aussterben bedroht sind.
Jonas Garschhammer beließ es aber nicht bei diesem auf den ersten Blick entmutigenden Befund, sondern hat Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Kernpunkt hierfür ist die Schaffung eines Biotopverbundes, um für die Insektenpopulationen sowohl Lebensraum, als auch Trittsteine zur Verbreitung zu schaffen. Dazu können und sollen auch öffentliche Grünflächen beitragen, wie Straßenränder, Bahndämme oder sonstige öffentliche Grünflächen, im Tätigkeitsbericht der Ortsgruppe wurden hierfür einige positive Beispiele in der Gemeinde Eggstätt aufgeführt. Garschhammer fuhr fort, wie im Landkreis recht erfolgreich auf sogenannten „Ungunststandorten“, also Grünlandflächen, die aufgrund ihrer Steilheit, Hofferne oder sonstigen Standorteigenschaften benachteiligt sind, Landwirte dazu bewegt werden konnten, diese für Landschaftspflegemaßnahmen zur Verfügung zu stellen. Dadurch wurde erreicht, dass durch Wiederaufnahme der Mahd von großteils aus der Nutzung gefallenen Grünlandflächen wieder ein Netz von artenreichen Wiesen etabliert werden konnte, auf denen auch zahlreiche Insektenarten, wie Wildbienen oder Tagfalter, nachgewiesen werden konnten. Der Ortsbezug konnte abschließend hergestellt werden, in dem Garschhammer auf geplante Pflegemaßnahmen auf einer Fläche im Ortsteil Meisham bei Eggstätt hinwies, für die von der Ortsgruppe Unterstützung angeboten wurde.
Wer sich über die Ortsgruppe des BUND Naturschutz informieren möchte, ist eingeladen, zu einem der Aktivenstammtische zu erscheinen, Termine unter: https://rosenheim.bund-naturschutz.de/ortsgruppen/bad-endorf-eggstaett.







