Jahreshauptversammlung November 2012

Ja zur Energiewende, Nein zum „NVZ“

Rückblick und Ausblick
Bei der Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe Rosenheim im Bund Naturschutz (BN) berichtete zunächst der 1. Vorsitzende Steffen Storandt über die vielen Aktivitäten des vergangenen Jahres.

Ein wichtiges Thema für den BN ist die Umsetzung der Energiewende auf lokaler Ebene. Der Stadtratsbeschluss zur 40-prozentigen Reduktion der Emissionen bis 2025 müsse auch wirklich umgesetzt werden. Mit dem auf die Kraft-Wärmekopplung eingeschränkten Konzept der Stadtwerke allein sei das nicht möglich, sondern nur mit stärkerem Einsatz für die Energie-Einsparung und für erneuerbare Energien wie die Photovoltaik.

Bei der Einsparung sei der Verkehr besonders zu beachten. Die jüngste Untersuchung im Auftrag der Stadt zeige einen weiteren Rückgang der umweltfreundlichen Verkehrsarten. Gefördert werden müsse nicht nur der Fahrradverkehr, sondern auch der ÖPNV unter Einbeziehung des Umlandes.

Enttäuschend sei die Entwicklung am Mühlbachbogen. Die Stadt hätte das Gelände nach Auffassung des BN ganz freihalten oder eine zukunftsweisende Bebauung vorsehen können, die Maßstäbe in punkto Autofreiheit und Energieeffizienz setze – nichts von alledem sei angedacht.

Erfreut sei man darüber, dass im Stadtrat langsam das Bewusstsein für die begrenzten Flächen Rosenheims wachse. Mit einem sogenannten „Nahversorgungszentrum“ in Rosenheim-Nord wiederhole man aber alte Fehler: Grünflächen mit ihren wichtigen Funktionen für Ökologie und städtebauliche Gliederung würden sinnlos zerstört, die bestehende Nahversorgung gefährdet und neuer Verkehr verursacht. Die Inanspruchnahme weiterer Grün- und Gewerbeflächen für den Einzelhandel sei vorprogrammiert, auch in den bisher für FH und FOS/BOS reservierten Bereichen. Wichtige juristische Fragen seien offen. Eine echte Bürgerbeteiligung gebe es nicht.

Beim Herderbach-Umbau orientiere sich die Stadt erfreulicherweise - wenn auch erst nach Protesten von vielen Seiten - an einem Vorschlag des BN, der Bäume schone und den Bach besser erlebbar mache.

Auf mehreren Veranstaltungen wurde der neue Bio-Einkaufsführer präsentiert, um für gesunde und gentechnikfreie Ernährung zu werben; Gudrun Huber aus der Ortsgruppe habe dieses wichtige Kreisgruppen-Projekt wesentlich mitgestaltet.

Ein großer Erfolg für den BN war die Fertigstellung des Stadtökologischen Themenweges, den die Ortsgruppe in Zusammenarbeit mit der Stadt Rosenheim konzipiert und mit finanzieller Hilfe von Spendern und Sponsoren umgesetzt hat. Michael Hertel habe dieses langwierige Projekt trotz vieler Schwierigkeiten mit großer Geduld zu einem guten Ende geführt.

Neuwahlen
Die Neuwahlen bestätigten Steffen Storandt und Michael Hertel als 1. und 2. Vorsitzende. Zusätzlich zu den bereits amtierenden Beisitzern Veronika Maurer, Gerhard Schmidt und Alfred Ringler wurden Dr. Monika Fehr-Czischke und Gudrun Huber als neue Beisitzer gewählt.

Vortrag zum Stadtökologischen Themenweg
Der Diplom-Biologe Alfred Ringler beschäftigte sich in seinem Vortrag „Stadtökologischer Themenweg – mehr als auf den Tafeln steht“ näher mit dem Lehrpfad.

Einerseits ging er auf einzelne Stationen ein, auch mit Fotos aus ungewohnten Blickwinkeln. So verdeutlichte die Vogelperspektive die Mächtigkeit der 100-jährigen Eiche an der Nikolaistraße, einziger Großbaum in der gesamten Altstadt. Andererseits beleuchtete der Referent die Geschichte und die heutige Situation der Gesamtstadt.

Durch menschliche Eingriffe, etwa durch die Nutzung der Wasserkraft am Inn, seien viele Tier- und Pflanzenarten verschwunden. Jedoch sei gerade in der Stadt die Artenvielfalt oft überraschend, ob es sich nun um Fledermäuse, Schmetterlinge, Fische oder den Biber handle.

Wichtig für die Natur sei es, auch anscheinend weniger wertvolle Wiesen und Bäume zu erhalten; die alleinige Konzentration auf seltene Arten hält der Referent für falsch. Rosenheim sei auch gut beraten, an den früheren Ruf als Alleenstadt anzuknüpfen.

Diskussion
In der anschließenden Diskussion wurde nicht nur der Stadtökologische Themenweg, sondern auch weitere Themen angesprochen wie ökologische Verbesserungen am Inn oder der drohende Eingriff in den Wald an der Kalten durch eine Firmenerweiterung an der Aisinger Straße.

Bericht im OVB...

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