Leserbrief zu den OVB-Artikeln über den Trinkwasserschutz in der Willingerau

Geld oder Gesundheit?

Wie wichtig sauberes Trinkwasser ist, bekamen die Bürger aus Rosenheim und Umgebung im vergangenen Jahr leidvoll zu spüren: Erst gab es ein Abkochgebot, dann über Monate eine ekelhafte Chlorbrühe, die man – höchstens zum Trinken und Kochen – durch teures Mineralwasser ersetzen konnte.

Daraufhin wurde wenigstens umgesetzt, was anderswo schon lange Standard ist: ein Verbot der Gülleausbringung in der Schutzzone II, verbunden mit Ausgleichszahlungen für die Bauern. Zusätzlich wurde das Ausführen von Hunden in der Schutzzone untersagt, zum Vorteil für Trinkwasser und Landwirtschaft. Auch Rosenheim baute – wie Bad Aibling und Kolbermoor schon Jahre zuvor – eine UV-Desinfektionsanlage. Ein besserer Schutz vor Hochwasser soll folgen.

Nun scheint der Weg zum sauberen Trinkwasser wieder in Gefahr, und zwar durch die Forderung einiger Landwirte, ihre Felder wie bisher bewirtschaften zu können. Das Trinkwasser soll dann durch Filter aufbereitet werden. Unterstützt wird das durch eine obskure „Vereinigung der Schutzgebiets-Betroffenen“.

Ist diesen Leuten eigentlich klar, dass sie mit ihrer Forderung Gesundheit und Wohlbefinden von über 100.000 Menschen gefährden? Denn die technische Aufbereitung von Wasser hat keine hundertprozentige Wirkung; darüber hinaus kann sie auch ausfallen. Gerade Landwirten sollte der Wert von Lebensmitteln bewusst sein – Trinkwasser ist doch unser Lebensmittel Nummer 1! Oder geht es am Ende doch bloß um noch mehr Geld?

 

Artikel "Wasserschutz: Beim Geldfluss alles offen" im OVB...

Artikel "Das Gemeinwohl geht vor" im OVB...

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