Flächenverbrauch in Rosenheim geht ungebremst weiter

Presseartikel im Mai 2010 zur Versammlung der BN-Ortsgruppe Rosenheim

Der galoppierende Verlust an Grünflächen stand bei der letzten Zusammenkunft der Bund Naturschutz-Ortsgruppe Rosenheim im Mittelpunkt. So musste die letzte Grünfläche an der Äußeren Münchener Straße, noch dazu ein Biotop, einem Autohaus weichen. Jetzt sollen Flächen an der Westerndorfer und Ebersberger Straße für größere Einzelhandelsprojekte geopfert werden. Auf besonders schützenswerte Gebiete nehme man, so die allgemeine Einschätzung, offenbar keine Rücksicht: Einer Firma wolle man gestatten, ins Landschaftsschutzgebiet Innauen-Nord zu bauen; in Brucklach plane man eine neue Gewerbefläche am Rand der besonders sensiblen Kalten.

Unter solchen Projekten leidet nicht nur die Natur, meinen die Aktiven der Ortsgruppe. Die Begründung, die Einzelhandelsprojekte dienten der Nahversorgung, halten sie für scheinheilig. Wem es wirklich darum gehe, der dürfe an der Ebersberger Straße gar keine Erweiterung zulassen; an der Westerndorfer Straße würden kleinere Verkaufsflächen im dicht bewohnten Gebiet weiter südlich genügen. In Wahrheit wolle man aber Kunden von weiter her anlocken, was den Geschäften in den Wohngebieten weh tue und sinnlosen Auto-Mehrverkehr verursache. Die Naturschützer befürchten außerdem, dass durch solche Projekte die Stadtränder mit den benachbarten Orten zu einem Siedlungsbrei zerfließen, ähnlich wie schon an der Staatsstraße 2078 im Westen. Gerade eine flächenmäßig kleine Stadt wie Rosenheim müsse mit ihren Grünflächen besonders sorgsam umgehen. Natur, Landschaft und Stadtbild seien nicht zuletzt auch Standortfaktoren.

„Oberste Priorität müssen Vermeidung weiteren Flächenverbrauchs und Vermeidung der Zersiedelung haben“, habe es bei einer Veranstaltung der Regierung von Oberbayern im März 2010 in Rosenheim geheißen. „Da werden einige Entscheider in Rosenheim noch ein paar Nachhilfestunden brauchen“, meinte ein Teilnehmer der Versammlung.

 

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