Stellungnahme zur Flächennutzungsplan-Änderung Brucklach April 2010

37. Änderung des Flächennutzungsplanes „Brucklach“

Im Namen des Landesverbandes geben wir zu dieser Planung gemäß § 4 BauGB folgende Stellungnahme ab:

Änderung des Flächennutzungsplans

Die Grundstücke im Norden und in der Mitte des Gebiets sollten als Außenbereich eingestuft bleiben bzw. eingestuft werden. Ausnahmen sind dann nach § 35 des Baugesetzbuches zu behandeln. Gemäß den uns vorliegenden Unterlagen des Wasserwirtschaftsamtes ist dieses Gebiet im übrigen vom Mangfall-Hochwasser bedroht.

Die Grünfläche im Süden zwischen bestehender Wohnbebauung und Kalten-Damm muss Außenbereich bleiben und darf auf keinen Fall bebaut werden. Hier geht es um folgende Punkte:

Erweiterung der Splittersiedlung

Durch die Bebauung der Fläche wird kein Lückenschluss durchgeführt, sondern die vorhandene Splittersiedlung erweitert. Die Fläche wird dauerhaft versiegelt, das Orts- und Landschaftsbild verschandelt. Die Verpflichtung zum Flächensparen wird ignoriert.

Es ist zu befürchten, dass es in diesem Bereich durch derartige Entwicklungen über kurz oder lang zu einem Siedlungsbrei ähnlich wie im Verlauf der ST2078 westlich von Rosenheim kommt.

Beeinträchtigung eines einzigartigen Biotops

Die Kalten ist der einzige weitgehend unverbaute und unkanalisierte Alpenabfluss Südostbayerns. Das Landschaftspflegekonzept Bayern, herausgegeben vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit und der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege rechnet die Kalten zu den „Elite-Bachsystemen“ Bayerns mit hoher Erhaltungspriorität. Aus Sicht des Artenschutzes hat sie nicht nur überregionale, sondern sogar landesweite Bedeutung und weist viele seltene und gefährdete Arten auf. Z. B. nutzt der Eisvogel das Gebiet als Bruthabitat.

Durch die geplante gewerbliche Nutzung mit LKWs (Frischdienst) ist mit gravierenden Störungen dieses Biotops durch Lärm, Licht und Bewegung zu rechnen, auch in der Dunkelheit. Ferner ist davon auszugehen, dass die Mitarbeiter des Betriebes bei Arbeitspausen das Kalten-Ufer aufsuchen und damit weitere Beeinträchtigungen verursachen.

Allgemeine Bemerkungen

Bekanntermaßen hat Rosenheim eine sehr kleine Stadtfläche. Allein dies sollte Anlass sein, mit den verbliebenen Grünflächen sparsamer umzugehen als bisher.

Vor allem am sensiblen Bachlauf der Kalten ist allergrößte Zurückhaltung angebracht!

Es dürfte keine Schwierigkeit sein, z. B. in der Schwaig oder im Aichergelände ein geeignetes Gewerbe-Grundstück für die geplante Nutzung zu finden.

 

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