Februar 2019: Stellungnahme zur Happinger-Au-Straße Süd

 

47. Flächennutzungsplanänderung „Happinger-Au-Straße Süd"


Sehr geehrte Damen und Herren,

im Namen des Landesverbandes und der Kreisgruppe Rosenheim des BUND Naturschutz (BN) geben wir zu den Unterlagen folgende Stellungnahme ab:

1.Bewertung des Vorhabens

Die Happinger-Au-Straße soll in diesem Bereich begradigt, verbreitert, mit Banketten und einem separaten Gehweg samt Grünstreifen versehen werden. Aus den unten angeführten Gründen lehnen wir die geplanten Änderungen in dieser Form ab.

1.1.Eingriffe in wertvolle Natur

Durch die vorgesehenen Maßnahmen wird das Landschaftsbild und der Naturhaushalt im Landschaftsschutzgebiet beeinträchtigt. Im einzelnen geht es um folgende Punkte:

  • Verlust wertvoller Strukturen, insbesondere durch Fällung von Großbäumen;
  • Stärkere Versiegelung des Bodens durch größere Asphaltflächen und Verdichtung durch neue Bankette;
  • Deutlich stärkere Zerschneidungs- und Trennwirkung für die Tier- und Pflanzenwelt als bisher;
  • Mögliche Verschmutzung des Grundwassers und des Oberflächenwassers insbesondere während der Baumaßnahmen, gefördert durch den sehr hohen Grundwasserspiegel.


Eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (saP) über einen hinreichend langen Zeitraum wäre unbedingt erforderlich.

1.2.Verkehrliche Wirkung

Der Behauptung in der Erläuterung, die Maßnahme würde die Verkehrssicherheit gewährleisten, können wir nicht folgen. Die vorgesehenen Maßnahmen steigern nämlich die Attraktivität und die gefahrene Geschwindigkeit für Kraftfahrzeuge und beeinträchtigen insgesamt Sicherheit und Lebensqualität. Hierbei geht es um folgende Punkte:

  • Kfz-Mehrverkehr mit Nachteilen insbesondere für Radfahrer und Anwohner, und zwar in der gesamten Happinger-Au-Straße, durch Schleichverkehr aber auch in der Innaustraße und in Happing bis zur Kufsteiner Straße/B15;
  • Gefährdung insbesondere der Radfahrer durch schnellere Fahrweise der Autofahrer im geänderten Bereich der Happinger-Au-Straße.

 

2.Alternativen

Wir fordern eine Sanierung im Bestand. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h muss hier erhalten bleiben, auf die gesamte Happinger-Au-Straße ausgeweitet und an notwendigen Stellen noch durch Straßenverengungen unterstützt werden. Ein separater Geh- und/oder Radweg ist unnötig.

Auch eine Ausweisung als Fahrradstraße (mit Zusatzzeichen für Benutzung durch Kfz) könnten wir uns vorstellen.

 

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