September 2018: Stellungnahme zur Innaustraße Ost

 

45. Änderung des Flächennutzungsplanes und Bebauungsplan Nr. 183 "Innaustraße Ost"

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Namen des Landesverbandes und der Kreisgruppe Rosenheim des BUND Naturschutz (BN) geben wir zu den Unterlagen folgende Stellungnahme ab:

Grundsätzliches

Wieder einmal sollen gravierende Abweichungen von den Vorgaben im rechtswirksamen Flächennutzungsplan im Nachhinein genehmigt werden - in diesem Fall Gewerbebetriebe, wozu auch der Pferdehof gehört, auf landwirtschaftlichem Grund.

Diese Fehlentwicklung lässt sich wohl nur schwer rückgängig machen. Auf keinen Fall sollte sie noch fortgeführt werden!

Auch aus den unten angeführten Gründen sind wir gegen die geplanten Erweiterungen in dieser Form.

Fragwürdige Nutzung

Eine Nutzung für Wohnzwecke wie für den Pferdehof geplant ist strikt abzulehnen. Nicht nur die Lage im Außenbereich, sondern auch Lärm und Erschütterungen durch Bahn (Brennerzulauf) und Gewerbebetrieb sowie Elektrosmog durch die Hochspannungsleitung sprechen dagegen. Auch mit einem städtebaulichen Vertrags lässt sich eine spätere anderweitige Nutzung schwer ausschließen. Im Übrigen gibt es genügend geeignete Unterkünfte für Pensionsgäste in nahegelegenen Stadtteilen.

Viele dieser Gründe sprechen auch gegen eine Büronutzung wie im Gewerbegebiet geplant.

Beeinträchtigte Biotop-Achse

Die Biotop-Achse zwischen den Happinger Seen über die Wiederaufforstungsfläche der Stadt bis zum Happinger Wald ist sehr wichtig. Durch die vermutlich nicht genehmigte Fällung von Bäumen auf dem Pferdehof-Gelände wurde sie bereits gestört. Neue Gebäude, die damit verbundene Versiegelung (s. u.) und die intensivere Nutzung würden dies noch verschlimmern. Eine saP über einen hinreichend langen Zeitraum ist schon aus diesem Grund unbedingt erforderlich.

Weitere Pferdehof-Probleme

Die großflächigen Gebäude und deren Umfeld sorgen bereits heute für eine starke Versiegelung. Diese würde durch neue Gebäude nochmals deutlich gesteigert, möglicherweise auch durch zusätzliche Parkplätze, Verbreiterung und Asphaltierung der Erschließungsstraße.

Weitere Gewerbegebiets-Probleme

Die Anbindung des Gewerbegebiets - in Anlage 1 nicht enthalten - müsste wegen des wertvollen Baumbestandes nach Osten verlegt und verbreitert werden, was die Versiegelung erhöht. Es wäre zu prüfen, ob das Gebiet nicht gemeinsam mit dem Pferdehof erschlossen werden kann.

Schon für die bestehenden Gebäude im Gewerbegebiet wäre eine Eingrünung dringend erforderlich.

 

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