Jahreshauptversammlung Februar 2017

Von Gärten bis zum Verkehr

Wieder breites Themenspektrum bei der BN-Ortsgruppe Rosenheim

Auf der Jahreshauptversammlung der BUND Naturschutz-Ortsgruppe Rosenheim konnte der 2. Vorsitzende Michael Hertel eine interessante Referentin begrüßen: Ruth Kleinöder, Gärtnermeisterin und Projektbetreuerin der "Münchner Krautgärten" vom Kommunalreferat der Stadt München sprach zum Thema "Ökologische Vielfalt, gesunde Ernährung – Krautgärten auch für Rosenheim?" Sie stellte dabei die Selbsterntegärten auf Gut Riem vor, wo sich Bürgerinnen und Bürger der Stadt mit erntefrischem, biologischem Gemüse und Kräutern aus eigenem Anbau versorgen. Das städtische Gut bereitet dabei die Gärten vor und verpachtet sie für eine Saison parzellenweise, z. B. 30 qm für 75 € pro Saison. 90% der Parzellen sind bereits jetzt vergeben. In der anschließenden Diskussion ging es darum, in welcher Weise sich das Selbstgärtnern in Rosenheim auf privaten oder kommunalen Flächen umsetzen ließe. Einig war man sich unter den Zuhörern, dass es auch hier eine Gemeinschaftsaktion zwischen Bio-Bauern und -Gärtnern, der Stadt sowie Bürgerinnen und Bürgern sein sollte. Ausreichende Flächengröße, gute Erreichbarkeit, der notwendige Einsatz von Maschinen, aber auch Aufgeschlossenheit gegenüber grün-urbanen Projekten wurden in der Diskussion als weitere Voraussetzungen für ein Gelingen genannt.

Beim Rückblick auf die Tätigkeit der Ortsgruppe 2016 berichtete Michael Hertel zunächst vom Projekt "Wildblumenwiese". Es wurde im zeitigen Frühjahr unter Anleitung des Wildblumenspezialisten Hans-Gerd Kölbl und koordiniert von BN-Vorstandmitglied Gerhard Schmidt auf dem Grundstück des Imkers Wilhelm Bruckbauer im Süden von Rosenheim gestartet. Insbesondere die Flächenvorbereitung erforderte viel Arbeit; umso willkommener war die tatkräftige Mithilfe von Asylbewerbern. Eine Infoveranstaltung der Stadt Rosenheim fand unter Imkern und Wildblumenfreunden großen Anklang. Im Juni konnte mit der Aussaat begonnen werden. Mit Kaffee und Kuchen sowie einem Geschenk bedankten sich Grundstückseigner und BN-Ortsgruppe bei den Asylbewerben für ihre Mithilfe.
Zum Thema passte auch ein Radausflug der Ortsgruppe im Rahmen der BayernTourNatur unter Führung von Hans-Gerd Kölbl zu verschiedenen Wildblumenwiesen in Stephanskirchen.

Eine Abschluss-Begehung am Herderbach-Kanal in der Nähe des Friedhofs, veranstaltet von der Stadtentwässerung, zeigte den Erfolg der Zusammenarbeit zwischen Behörden, der ökologischen Bauleitung und dem BN bei einem ganz anderen Projekt. Letztlich konnten weit mehr Bäume erhalten werden als ursprünglich geplant.

Viele Aktive haben das Volksbegehren gegen das Freihandelsabkommen CETA unterstützt. Allein am BN-Stand in Rosenheim kamen an einem Tag 400 Unterschriften zusammen.
Gedankt wurde an diesem Abend auch Gudrun Huber für ihr Engagement bei der 3. Auflage des Bio-Einkaufsführers sowie Bernhard Baron Boneberg, der für die Ortsgruppe die Führungen auf dem Stadtökologischen Themenweg übernahm.

Viele Punkte im jetzt endlich diskutierten Verkehrsentwicklungsplan des Stadtentwicklungskonzepts Rosenheim 2025 hält der Umweltverband für richtig, so die Stärkung der Nahmobilität für Fußgänger und Radfahrer, insbesondere durch die Führung des Radverkehrs auf der Straße. Mindestens ebenso wichtig ist für ihn aber ein leistungsfähiger ÖPNV in Stadt und Umland. In der Diskussion kam auch der Brenner-Nordzulauf zur Sprache: Hier wird für eine Neubautrasse auf Jahrzehnte hinaus kein Bedarf gesehen.

Die Vorstandswahlen der Ortsgruppe beschlossen den Abend. Der 1. Vorsitzende Steffen Storandt und der 2. Vorsitzende Michael Hertel wurden wiedergewählt. Als Beisitzer fungieren wie bisher Gudrun Huber, Alfred Ringler und Gerhard Schmidt; Daniela Dieckhoff wurde neu in dieses Amt gewählt.

Zum Artikel "Wildblumenwiese - Thema mit Wiederholungen 2016"

Zum Artikel "Wie sieht der Verkehr in Rosenheim 2025 aus?"

Zum Artikel "Aussicht auf Happy-End am Herderbach"

Weitere Veröffentlichungen der Ortsgruppe Rosenheim

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